Technischer Durchbruch geschafft, Finanzen bleiben unklar

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Am 2017-04-03 veröffentlichte POET Technologies den Jahresabschluß 2016 – Grund genug für eine Bestandsaufnahme. Das Augenmerk der Investoren liegt in gleicher Weise auf der Technik wie auf den Finanzen des Unternehmens. Und während POET einen bedeutenden technischen Erfolg feiert, bleibt bei den Finanzen vieles unklar.

English English abstract: On 2017-04-03, POET Technologies released their 2016 annual report – a good enough reason for taking an inventory. Investors are equally interested in the company’s technology and finance. And while POET celebrates an important technological success, the finances remain largely unclear.

  • Please find an automatic Google translation of the complete article here. It might not be perfect, however, Google Translate has improved considerably recently.

Endlich: POET erreicht VCSEL-Transceiver-Meilenstein

Die gute Nachricht, nein, die ausgezeichnete Nachricht in POETs Medienmitteilung ist die zum integrierten VCSEL-Transceiver. Nach Fotodetektor und HFET-Transistorelektronik funktioniert als letzte Komponente des Transceivers nun auch der VCSEL, der Vertical-Cavity Surface-Emitting Laser (Oberflächenemitter). Damit sind sämtliche Bausteine von POETs Optical Engine nicht nur in einem einzigen Chip vereint – genauer gesagt, zunächst im selben Epitaxie-Stack –, sondern sie sind auch alle funktionsfähig.

»Wir haben einen sehr signifikaten Meilenstein erreicht und das Funktionieren unseres VCSELs für die integrierte optoelektronische GaAs-Plattform mit Erfolg nachgewiesen«, freut sich POET-Chef Suresh Venkatesan. »Nachdem wir einen zweiten Zulieferer für unseren proprietären Epitaxie-Stack etabliert hatten, konnten wir die erste Optimierungsphase des Epitaxie-Designs im Januar abschließen. Es folgten die VCSEL-Herstellung und die Validierung von Funktionalität und Leistung.«

Monolithische optoelektronische Integration als Alleinstellungsmerkmal

Während andere Hersteller vier oder fünf Chips für einen VCSEL-Transceiver brauchen, kommt POET mit einem einzigen aus. Von diesem technologischen Vorsprung verspricht sich das Unternehmen gegenüber Mitbewerbern erhebliche Kostenvorteile, geringeren Energieverbrauch und geringeren Platzbedarf.

Dieses Alleinstellungsmerkmal bestätigt indirekt ein Photonics-Media-Artikel vom Januar 2017 mit dem (nichtssagenden) Titel „Data Centers and Telecommunications“, der einen Überblick über den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung in Sachen photonischer Integration gibt. Autorin Valerie C. Coffey kennt die POET-Technik offenbar noch nicht, aber ihr Artikel zeigt die Grenzen, denen sich die Großen in der Photonik-Branche derzeit gegenübersehen.

Eine der größten Herausforderungen, die einem breiten Einsatz photonischer Chips im Weg stehen, sei die Integration der Laser, erläutert Coffey. Das üblicherweise verwendete Silizium kann Licht zwar leiten, aber aus physikalischen Gründen nicht selbst als Laserlichtquelle fungieren. Hersteller behelfen sich durch zusätzliche Schichten aus laserfähigen III-V-Materialien. Intel beispielsweise nutzt Indiumphosphid (InP) für seine Silicon-Photonics-Lösungen. III-V-Materialien seien aber inhärent inkompatibel mit konventioneller CMOS-Fabrikation, so Coffey, was teure Workarounds nötig mache.

POET Technologies geht einen völlig anderen Weg. Wegen der Inkompatibilität von Silizium und III-V-Materialien verzichtet das POET-Verfahren von vornherein auf Silizium und stellt den gesamten Chip auf Basis des III-V-Materials Galliumarsenid (GaAs) her. Damit erreicht POET folgende Ziele:

  • Monolithische Integration des Lasers in den Chip
  • Monolithische Integration photonischer und elektronischer Bauelemente
  • Einsatz des POET-Verfahrens auf konventionellen Anlagen – auch älteren – nach einer vergleichsweise preiswerten Umrüstung

Abbildung 1: 3D-Darstellung der POET Optical Engine mit VCSEL und Fotodetektor (rechts) sowie HFETs (Heterostructure Field-Effect Transistors, links)

Entwicklungsverzögerungen überwunden

Nach dem letzten an die Aktionäre kommunizierten Ergebnisstatus zum VCSEL-Transceiver im August 2016 (siehe »Zwei von drei«) war es zu erheblichen Verzögerungen durch Probleme mit Epitaxie-Zulieferungen und Exportlizenzen gekommen. Diese Verzögerungen führten letztlich zu der unsäglichen Kapitalerhöhung vom Oktober 2016 und damit zum heutigen miserablen Aktienkurs.

Wie CEO Venkatesan in der aktuellen Mitteilung vom 2017-04-03 ausführt, kommt POET Technologies mit den Entwicklungszyklen jetzt wieder zügig voran. Das betrifft sowohl den namentlich ungenannten neuen Epitaxie-Zulieferer wie auch den taiwanesischen Fountry-Partner Wavetech. Interessanterweise bezeichnet POET den neuen Epitaxie-Partner als »zweiten« Zulieferer; offenbar ist der »erste« Zulieferer EpiWorks nach wie vor dabei.

Der jüngst abgeschlossene Entwicklungszyklus habe bessere Ergebnisse erzielt als der zuvor, führt Venkatesan weiter aus. Die Materialeigenschaften seien exzellent und die Ausbeute, der Yield, sei gut. Der Schwellenstrom, also der Mindeststrom , der fließen muß, um den Laserbetrieb aufrecht zu erhalten, liege bereits nahe am Erwartungswert.

POET wird den VCSEL noch weiter optimieren, um die Effizienz zu steigern und aus einem »nahe dran« ein »erreicht« zu machen. Und aus einem guten Yield kann womöglich noch ein hervorragender machen. Aber das Wichtigste ist geschafft: Der VCSEL läuft!

Nach der Optimierung folgen die übrigen Schritte auf dem Weg zur Vermarktung, wie sie die POET-Mitteilung vom 2016-11-28 aufzählt: Produktentwicklung des integrierten Transceivers für aktive optische Kabel (AOCs), Alpha-Prototypen, Beta-Prototypen für Kunden beziehungsweise Interessenten, Nachweis von Herstellbarkeit und Skalierbarkeit, vollständige Qualifizierung der integrierten Bausteine in Endbenutzeranwendungen. Da ist noch einiges zu tun, so daß POET Technologies erst 2018 mit einer Kommerzialisierung von AOCs rechnet. Das Jahr 2018 hatte das Unternehmen bereits in seiner Investorenpräsentation vom 2016-10-12 angekündigt; der jetzt veröffentlichte Managementbericht präzisiert dies auf Ende 2018.

Drei technische Kernbereiche

Die monolithische photonische Integration (POET-Technik) zielt mit ihrer ersten konkreten Anwendung – aktive optische Kabel (AOC) – auf optische Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung über Strecken von wenigen Metern. Auf der Kurzstrecke gibt es kaum Konkurrenz, da herkömmliche optische Kabel für kurze Strecken schlichtweg zu teuer sind und meist Kupferkabel zum Einsatz kommen.

Da Einnahmen aus dieser Technik noch auf sich warten lassen, setzt POET Technologies auf Einkünfte aus zwei weiteren strategischen Bereichen: Da ist zum einen die hybride photonische Integration mittels dielektrischer Photonik, also der von BB Photonics entwickelten Technik, und da ist zum anderen die etablierte bisherige DenseLight-Produktpalette .

Abbildung 2: Technische Schwerpunkte von POET Technologies

Dielektrische Photonik ermöglicht Kostensenkungen

Anders als bei monolithischer Integration sind bei hybrider Integration nicht sämtliche Komponenten im selben Chip vereint. Bei Silizium-Photonik lassen sich zwar optische und elektronische Elemente monolithisch integrieren, der Laser muß aber immer extern hinzugefügt werden. Wer auf Indiumphospid (InP) setzt, kann zwar alle optischen Bauelemente inklusive des Lasers monolithisch integrieren, muß allerdings die Elektronik in einen separaten (Silizium-)Chip packen. InP-Lösungen eignen sich für Datenkommunikation über mittlere Strecken von 500 bis 10.000 Metern.

In beiden Verfahren ist die Wellenlänge des Lichts temperaturabhängig. Im Betrieb erwärmt sich das Gerät, und die Wellenlänge verändert sich. Das ist unerwünscht und nur in bestimmten Grenzen tolerierbar. Außerhalb dieser Grenzen braucht der Laser eine Kühlung, und die verursacht zusätzliche Kosten. Hier kommt die von BB Photonics entwickelte dielektrische Photonik ins Spiel: Der Laser wird in einem weiten Bereich temperaturunabhängig (athermisch). Die Temperatur kann ruhig steigen, die Wellenlänge bleibt trotzdem stabil. Eine Kühlung ist nicht mehr nötig, und daher läßt sich der Laser billiger produzieren.

Tabelle 1 gibt einen Überblick und enthält zum Vergleich auch die POET-Technik. Ob letztere einen athermischen Betrieb erlaubt, weiß ich nicht, daher gehe ich bis auf weiteres davon aus, daß dies nicht oder zumindest noch nicht geht.

Integrierte Elektronik Integrierter Laser Athermisch
Silizium-Photonik
Indiumphosphid-Photonik
Dielektrische Indiumphosphid-Photonik (BB Photonics)
Monolithische Galliumarsenid-Photonik (POET)
Tabelle 1: Eigenschaften verschiedener photonischer Integrationsverfahren. Nur die POET-Technik ermöglicht die monolithische Integration sämtlicher optischer und elektronischer Komponenten.

Dielektrische Photonik macht sich darüber hinaus in weiteren Anwendungsbereichen nützlich, etwa in Spot-Size-Konvertern für den Übergang vom Waveguides im Chip zur Glasfaser und umgekehrt oder für den Multiplexer/Demultiplexer, den POET Technologies für das zweite Halbjahr 2017 angekündigt hat.

POET will weitere Produkte entwickeln, die verschiedene integrierte und diskrete Komponenten enthalten, kein aktives Alignment erfordern, Spiegel und Linsen überflüssig machen und dadurch Kosten reduzieren. POET will diese Produkte an Hersteller von Transceivern verkaufen und zugleiche einen eigenen skalierbaren 100G-Transceiver entwickeln.

Kaum Informationen zu Finanzen und Umsatzerwartungen

Während POET von der technischen Seite her sehr gut aussieht, erscheint die finanzielle Situation nur unklar. Eindeutig und klar sind selbstverständlich die Zahlen des vergangenen Jahres, wie sich das für einen ordentlichen Jahresbericht gehört. Danach weist POET Technologies einen Verlust von 13.224.684 US-Dollar (USD) oder 0,06 USD je Aktie aus.

Der Umsatz von 1,86 Millionen (USD) stammt ausschließlich aus DenseLight-Produkten und -Dienstleistungen. Berücksichtigt ist dabei nur diejenige Umsatz, der seit der Übernahme von DenseLight durch POET Technologies im Mai anfiel. Dieser Umsatz hätte deutlich höher sein können, wäre es nicht wie berichtet durch erst spät offenbar gewordene Schwachstellen in der DenseLight-Organisation zu Produktionsverzögerungen bei einem großen Kunden gekommen. Die entsprechenden Einnahmen werden sich daher erst im Q1 2017 niederschlagen. Unter der Annahme, das vierte Quartal 2016 wäre ohne diese Verzögerungen mindestens ebenso gut gelaufen wie das dritte, dürfte es sich um Aufträge von 440.000 USD oder mehr gehandelt haben – gut die Hälfte des geplanten Quartalsumsatzes. Betrug die Brutto-Marge im dritten Quartal noch stolze 47,3 Prozent, sank sie in Q4 auf -10 Prozent. Auf das gesamte Jahr gerechnet lag sie bei 26 Prozent.

Nachdem die Ineffizienzen bei DenseLight bekannt geworden waren, hatte POET Gegenmaßnahmen eingeleitet. Diese seien im ersten Quartal 2017 abgeschlossen worden, berichtet das Unternehmen. Dazu zählen auch die Ablösung von Jerry Rodrigues durch Rajan Rajgopal an der DenseLight-Spitze und weitere Personalmaßnahmen bei DenseLight.

Aus dem Jahresbericht geht leider nicht ausdrücklich hervor, welche Ausgaben nötig waren, um die externen Blockaden bei der Entwicklung des VCSEL-Transceivers zu überwinden. Laut Finanzbericht investierte POET Technologies knapp 1,1 Mio. USD in Anlagen und Bürobedarf. Davon seien Anlagen für gut 600.000 USD noch nicht in Betrieb genommen worden. Möglich, daß sich diese Ausgaben auf die ohnehin geplante Erweiterung der DenseLight-Produktionskapazitäten beziehen, vielleicht stecken aber auch Anlagen speziell für das POET-Verfahren in diesem Posten.

Mit Umsatzprognosen zum laufenden Jahr hält sich POET Technologies vornehm zurück. Konkrete Zahlen sucht man vergebens. Immerhin rechnet das Unternehmen mit Umsatzsteigerungen von Quartal zu Quartal.

DenseLight-Erfolg oder weitere Kapitalerhöhung?

Die spannende Frage ist jetzt, ob diese Umsatz- und damit Cashflow-Steigerungen ausreichen werden, um die Zeit bis zu den erwarteten hohen Einnahmen aus der POET-Technik zu überbrücken, also bis Ende 2018.

Zum Stichtag 2016-12-31 hatte POET Technologies knapp 15 Mio. USD an liquiden Mitteln. Der Vorstand geht davon aus, daß dieses Geld für mindestens ein Jahr nach Veröffentlichung des Jahresberichts 2016 reichen wird, also bis März 2018. Damit POET Technologies bis Ende 2018 über die Runden kommt, ist das nicht genug. Es muß für weitere neun Monate Geld in die Kasse kommen, und das sollte idealerweise durch DenseLight-Umsätze geschehen und nicht etwa durch eine weitere Kapitalerhöhung.

Eine weitere Überbrücksmöglichkeit wäre die Aufnahme von Fremdkapital. Solch ein Darlehen hätte den Vorteil, nicht zu einer weiteren Verwässerung zu führen. Um kreditwürdig zu sein, müßte POET aber ordentliche Umsätze vorweisen. Das Unternehmen ist also in jedem Fall wesentlich vom Erfolg der DenseLight-Sanierung und -Erweiterung abhängig.

Wie genau müßte dieser Erfolg aussehen? Überschlagen wir das einmal grob: Wenn 15 Mio. USD für 15 Monate reichen, nämlich von Anfang 2017 bis März 2018, dann entspricht das einer monatlichen Burnrate von knapp 1 Mio. USD. Für weitere neun Monate bis Ende 2018 errechnet sich folglich ein Bedarf von zusätzlichen 8,9 Mio. USD. Dieses Geld müßte DenseLight in den Jahren 2017 und 2018 erwirtschaften. Gehen wir vorsichtig von einer Brutto-Marge von 40 Prozent aus, dann bedeutet das einen zusätzlich nötigen Umsatz von 22,2 Mio. USD in diesen beiden Jahren, also 11,1 Mio. USD pro Jahr.

Wie erwähnt, betrug der Umsatz 2016 in den letzten sieben Monaten 1,86 Mio. USD. Addieren wir die auf Q1 2017 verschobenen schätzungsweise 440.000 USD, kommen wir auf einen »eigentlichen« Umsatz von 2,3 Mio. USD. Rechnen wir dies noch von knapp acht Monaten auf das ganze Jahr hoch, ergibt sich ein fiktiver 2016er Umsatz von 3,6 Mio. USD. Zu diesen 3,6 Mio. USD müssen in 2017 und 2018 im Mittel jeweils die oben errechneten 11,1 Mio. USD hinzukommen. Es ergibt sich also ein erforderlicher Jahresumsatz von 14,7 Mio. USD oder das Vierfache des fiktiven Umsatzes von 2016. Wobei dies im ersten Jahr weniger und dafür im zweiten umso mehr sein dürfte.

Das ist ein sehr sportliches Ziel! Ist es überhaupt erreichbar? Eine sichere Wette ist dies keineswegs, aber völlig ausgeschlossen auch nicht. Es gibt durchaus einige Argumente, die für solche Umsätze sprechen:

  • DenseLight startet nach der Umstrukturierung auf einem niedrigen Niveau. Das macht auch sehr kräftige Steigerungen einfacher und wahrscheinlicher.
  • Das Wachstum im Photonikmarkt ist hoch. Nachfrage dürfte also vorhanden sein – hoffentlich auch nach den von DenseLight angebotenen Produkten. Da ist nicht zuletzt der Vertrieb gefragt, die Nachfrage bestmöglich zu erschließen. In diesem Zusamenhang: Die Web-Präsenz von DenseLight bedarf dringend einer Überarbeitung!
  • Auf Nachfrage treffen hoffentlich auch die neuen beziehungsweise angekündigten Produkte:
    • Im zweiten Quartal 2017 sollen Musterexemplare schmalbandiger Laser der Constellation-Serie verfügbar sein. Die Serienproduktion soll im zweiten Halbjahr beginnen. Mehr dazu ist in dieser POET-Mitteilung vom 2017-01-31 zu finden.
    • In einer separaten Mitteilung vom gleichen Tag hatte POET Technologies außerdem einen verlustarmen Mikro-Multiplexer/-demultiplexer angekündigt. Dieses Produkt wendet sich an Hersteller optischer Transceiver mit einer Datenübertragungsrate von 100 Gbps und höher. DenseLight will mit einem niedrigen Preis und geringem Platzbedarf punkten. Der Multiplexer/Demultiplexer ist das erste Produkt, das auf der dielektrischen Photonik von BB Photonics beruht. Auch hier sollen Musterexemplare im laufenden Quartal zur Verfügung stehen und die Produktion in der zweiten Jahreshälfte beginnen.
    • Schließlich stellte DenseLight neue Gain Chips (optische Verstärker) vor, siehe die erstgenannte POET-Mitteilung vom 2017-01-31.
  • Wie Suresh Venkatesan in der Audiokonferenz am 2016-10-14 ausführte, ist DenseLight nach Aufstockung der Produktionskapazitäten in der Lage, für Umsätze von bis zu 100 Mio. USD jährlich zu produzieren. Vorausgesetzt, die entsprechenden Aufträge kommen herein, sollte es an fehlenden Produktionskapazitäten jedenfalls nicht scheitern.
  • POET Technologies erhält vom Singapore Economic Development Board (EDB) über fünf Jahre verteilt Fördermittel von umgerechnet 7,7 Mio. USD. Eine gleichmäßige Auszahlung vorausgesetzt, wären dies jeweils 1,54 Mio. USD in 2017 und 2018.
  • Schließlich stehen noch mögliche NRE-Einkünfte aus der POET-Technik im Raum. Das sind Lizenzzahlungen, die ein Hersteller an POET Technologies entrichten müßte, um die POET-Technik selbst einsetzen zu dürfen. Dabei kann es durchaus um zweistellige Millionenbeträge gehen. Mit einem einzigen solchen Deal brauchten sich POET-Aktionäre keine Sorgen mehr um eine weitere Kapitalerhöhung zu machen, zumindest nicht bei niedrigen Kursen. Suresh Venkatesan hatte NRE-Umsätze für 2017 in Aussicht gestellt. Das war allerdings bereits im Mai letzten Jahres im Town Hall Meeting in Toronto. Die NRE-Einnahmen mögen sich durch die Schwierigkeiten im zweiten Halbjahr 2016 verzögert haben. Die jetzt erfolgte Fertigstellung des VCSELs dürfte die Chancen jedenfalls kräftig steigen lassen.

Insgesamt ist die finanzielle Situation des Unternehmens derzeit schwierig und für den Aktionär kaum zu durchschauen. Ob bis zur Vermarktung der POET-Technik eine weitere Kapitalerhöhung vermieden werden kann, ist unklar – vermutlich auch dem POET-Management. Diese Unsicherheit schlägt sich überdeutlich im aktuell schwachen Aktienkurs nieder.

Auf die Frage, wie es weitergeht, werden erste Antworten möglicherweise dem nächsten Quartalsbericht zu entnehmen sein. Der wird spätestens am 30. Mai erscheinen.

Quellen

Die unten aufgeführten Quellen beziehen sich teilweise auch auf Punkte, die ich im vorliegenden Beitrag nicht angesprochen habe, beispielsweise Patente oder personelle Veränderungen.

Veröffentlichungen von POET Technologies

Neue Patente und Patentanträge

Sonstiges

Aktualisierung 1 (2017-04-13)

Ich habe am Anfang des Artikels präzisiert, daß die drei Komponenten der Optical Engine zunächst »nur« aus demselben Epitaxie-Stack gefertigt sind. Der Optical Engine selbst ist noch nicht fertig. Das schwerste Stück ist allerdings das Laserdesign, und das ist nun geschafft, von den Optimierungen einmal abgesehen. Das Verbinden der Komponenten ist dann relativ einfach.

Aktualisierung 2 (2017-04-13)

Ich hatte in der Überschlagsrechnung für den in 2017 und 2018 nötigen DenseLight-Umsatz noch einen Denk- und einen Rechenfehler. Die sind jetzt korrigiert.


In eigener Sache

Meine Blogbeiträge zu POET Technologies sind kostenlos und sollen es möglichst auch bleiben. Informationen zu recherchieren, aufzubereiten und Beiträge zu schreiben, kostet jedoch einiges an Zeit und Aufwand. Wenn dir das Ergebnis etwas wert ist, dann freue ich mich nicht nur über Feedback, sondern auch über die Überweisung eines Betrags deiner Wahl auf das Konto IBAN DE93360100430323898437, BIC PBNKDEFF. Betreff: POET-Blog. Vielen Dank!


Bitte beachten Sie die Hinweise zu Risiken und zum Haftungsausschluß!

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2 Kommentare zu “Technischer Durchbruch geschafft, Finanzen bleiben unklar”

  1. Hallo Rainer,
    Ich hoffe ich darf so dreist sein und direkt ‚ du ‚ sagen. Seit Jahren verfolge ich nun deine Kommentare zum Thema Poet (schon als es noch Opel Solar war). Ich bin damals durch einen dummen Zufall dort eingestiegen. Es hatte damals mit der Änderung des Aktien Gesetzes zu tun. So habe ich die ersten Aktien 2008 gekauft und warte nun wie sich diese Geschichte entwickelt. Aufgrund deiner Kommentare und Analysen bin ich in den letzten Jahren immer ein wenig besser informiert gewesen. Dafür möchte ich mich bedanken. Leider kann ich dir (noch) keinen finanziellen Dank senden. Sollte Poet dann doch irgendwann steigen wird sich das sicher ändern 🙂
    Ich war sehr verwundert das du neulich nicht mehr in einem Forum geschrieben hast. Leider habe ich nicht mitbekommen was dort passiert ist. Ich für meinen Teil bin dir sehr dankbar für deine Arbeit und hoffe (in unser beidem Sinne) das die Firma den erhofften Anstieg schafft.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche und freue mich vl bald wieder etwas von dir zu lesen.
    Beste Grüße Andreas
    (Opelsolarglück in einem Forum)

    1. Hallo Andreas,

      danke für dein Feedback! Leider schaffe ich es im Moment aus zeitlichen Gründen nicht, das, was sich bei POET Technologies so tut, aktuell zu verbloggen. Dabei ist ja gerade die indische Ausschreibung eine spannende Sache! Ich bin jedenfalls nach wie vor investiert, verfolge das Unternehmen aufmerksam und bin im Agoracom-Forum aktiv.

      Schöne Grüße
      Rainer

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