Deutschland hilft Fukushima

Auf Twitter ist heute abend spontan die Idee entstanden,  eine Aktion »Deutschland hilft Fukushima« ins Leben zu rufen, um Menschen dort konkret zu helfen. Ich habe hier mal ein paar Gedanken zusammengetragen. Was haltet ihr davon? Schreibt doch eure Meinungen, Ergänzungen und Kritik in die Kommentare! Abhängig von eurer Resonanz entscheiden wir dann, ob und wie wir konkrete Schritte gehen. Besonders gefragt sind Kommentare von Leuten, die sich mit so etwas auskennen und beurteilen können, ob das funktionieren kann oder eine blöde Idee ist.

Um was geht es?

Bei der Dreifachkernschmelze im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi kam es im März 2011 zu einer Freisetzung großer Mengen radioaktiven Materials in die Umwelt. Diese Substanzen haben sich vor allem in der Präfektur Fukushima auf Häusern, Straßen, Plätzen und im Boden niedergeschlagen.

Da Fukushima landwirtschaftlich geprägt ist, ist die Radioaktivität auf den Anbauflächen und in Lebensmitteln ein sehr wichtiges Thema. Viele Menschen haben Angst und kaufen keine Lebensmittel aus Fukushima mehr. Das ist ein Riesenproblem für die Landwirte dort, denn es fehlen ihnen die Einnahmen.

Radioaktiv verseuchte Lebensmittel sollen natürlich auch nicht auf den Markt kommen, das ist klar. Es gibt aber sehr viele Produkte, die überhaupt nicht radioaktiv belastet sind. Oder die derart geringe Spuren an Cäsium-134 oder -137 aufweisen, daß man sie ohne Gefahr für die Gesundheit verzehren kann. Viele Japaner essen aber trotzdem keine Lebensmittel aus Fukushima, weil sie ganz einfach Angst haben.

Das eigentliche Problem ist nicht so sehr die Radioaktivität in den Lebensmitteln, sondern es sind die wirtschaftlichen Konsequenzen der Bauern. Sie haben gesunde Lebensmittel, können sie aber nicht verkaufen.

Können wir helfen?

Ja, das können wir! Wir können Solidarität mit Fukushima zeigen und konkret etwas für die Bauern tun:

Wir kaufen Reis aus Fukushima!

Die Japaner überwachen die Radioaktivität in Lebensmitteln inzwischen sehr gut. Wir brauchen also keine Angst zu haben, verstrahlt zu werden.

Reis eignet sich besonders, weil man ihn gut lagern und über längere Entfernungen transportieren kann. Außerdem nimmt gerade die Reispflanze wenig Cäsium aus dem Boden auf. Abgesehen von einigen wenigen Orten mit sehr viel Cäsium im Boden kann man den Reis bedenkenlos essen.

Wie wirkt die Hilfe?

Wir sollten uns nicht einbilden, »Deutschland hilft Fukushima« könne den Reisbauern einen neuen Absatzmarkt verschaffen, der alle ihre Probleme löst. Dazu werden sich in Deutschland gar nicht genug Menschen finden, die Reis aus Fukushima kaufen und essen wollen. Denn auch in Deutschland haben die Menschen Angst. Außerdem können wir nicht mit großen Importeueren konkurrieren. Reis aus Fukushima dürfte schlicht und einfach zu teuer sein.

Aber es geht ja gar nicht um große Mengen. Die Symbolik zählt. »Deutschland hilft Fukushima« will helfen, den japanischen Markt wieder in Schwung zu bringen: Japaner erfahren von der Aktion, sie erleben die Solidarität. Wenn wir in Deutschland Reis aus Fukushima essen, kann das dazu beitragen, den Menschen in Japan die Angst vor der Strahlung zu nehmen. Je mehr Japaner dann wieder Reis aus Fukushima kaufen, desto erfolgreicher war die Aktion.

Was ist zu tun?

Folgende Punkte, die zu klären wären, sind mir mal so eben eingefallen.  Bestimmt gibt es noch mehr! Bitte ergänzt/korrigiert per Kommentar!

  • Wir brauchen Informationengegen die Angst, also z.B.
    • Was ist Radioaktivität?
    • Wie wirkt Radioaktivität?
    • Wie wirkt wieviel Radioaktivität?
    • Wie werden Lebensmittel in Japan kontrolliert?
    • Was passiert, wenn ich Reis esse, der – aus welchen Gründen auch immer – nicht kontrolliert wurde und eine Radioaktivität von soundsoviel Becquerel pro Kilogramm aufweist? Oder anders: Wieviel kontaminierten Reis müßte ich essen, um Gefahren für die Gesundheit zu befürchten?
    • Welche Grenzwerte gelten? Was bedeuten diese Grenzwerte?
  • Wir brauchen Käufer! Wir müssen wir herausfinden, über welche Mengen wir überhaupt reden. Und wie können wir den Reis kostengünstig verteilen?
  • Apropos Kosten: Wie sähe das alles finanziell aus? Was müßte der Käufer letztlich für ein Kilo Reis bezahlen? Eine Vorfinanzierung könnten wir per Crowdfunding machen und in Abhängigkeit vom Ergebnis die Aktion weiterführen oder nicht. Außerdem können Sponsoren, die größere Geldbeträge geben, nicht schaden.
  • Wir brauchen Kontakt nach Fukushima, zum Beispiel zu einer Reisbauernvereinigung – idealerweise mit Kommunikation in Englisch. 🙂
  • Wir brauchen einen Importeur, der den Reis aus Fukushima einführen könnte und sich mit dem ganzen organisatorischen und rechtlichen Kram auskennt.
  • Wir brauchen ehrenamtliche Mitarbeiter für Projektmanagement und Durchführung.
  • Das Wichtigste ist Öffentlichkeitsarbeit. Dafür brauchen wir Mitarbeiter in Deutschland und auch in Japan.
    • Die Menschen in Deutschland müssen wissen, daß es diese Aktion gibt und wie sie sich beteiligen können. Unsere Mitarbeiter in Deutschland stellen den Kontakt zu den Medien aufbauen, die Aktion vorstellen usw.
    • Die Menschen in Japan müssen wissen, daß es diese Aktion gibt. Wir brauchen in Japan Kontakt zu den Medien.
    • Vielleicht Rebuild Japan Foundation Initiative ansprechen? Wer hat Kontakte zu weiteren Organisationen in Japan?

Wer ist dabei?

Die folgenden Personen (bzw. Twitter-Accounts) waren oder sind irgendwie an der Diskussion beteiligt. Sorry, wenn ich euch einfach hier so aufliste, aber eure Tweets sind ja ohnehin öffentlich.

Info-Update

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Wieder Wahlkampf – Piraten wollen in den NRW-Landtag

Seit dem der nordrhein-westfälische Landtag sich am 14. März überraschend aufgelöst hat (überraschend auch für ihn selbst), ist nach nur zwei Jahren wieder Landtagswahlkampf in NRW angesagt. Diesmal wird es relativ kurz und knackig, denn der 13. Mai ist der letztmögliche Wahltermin. Die Piratenpartei steht mit 5 bis 7 Prozent in den Umfragen jetzt sehr viel besser da als 2010, dürfte also wohl in den Landtag kommen.

Ich selbst möchte ebenfalls wieder antreten, diesmal aber nicht als Direktkandidat im Wahlkreis Herford II, sondern in Dortmund II. Dieser Wahlkreis umfaßt die Stadtbezirke Innenstadt-Ost, Innenstadt-Nord und Eving umfaßt. Ich selbst wohne in Innenstadt-Ost, und auf meinem täglichen Weg zur Arbeit durchradle ich alle drei Stadtbezirke. Als Direktkandidat der Piratenpartei hat man zwar keine Chance, das Mandat zu gewinnen, aber es erhöht die Sichtbarkeit der Partei ungemeint. Bei der Landtagswahl 2010 hatte es der damalige Piratenkandidat leider nicht geschafft, in 5 Monaten die erforderlichen 100 Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Das sollte jetzt aber kein Problem sein, fallen mir doch spontan mindestens 25 Wahlberechtigte aus dem Wahlkreis ein, die meine Kandidatur sofort unterstützen würden.

Die Dortmunder Piraten treffen sich zur Aufstellungsversammlung am Mittwoch, 21. März, und ich bin gespannt, ob sie mich wohl als Kandidaten nominieren werden. Im Piratenwiki gibt es eine Übersicht der Bewerber für die vier Dortmunder Wahlkreise.

Außerdem hätte ich gern einen Platz auf der Landesliste. Dazu wird es am 24. und 25. März einen Landesparteitag geben, der die Kandidaten und ihre Reihenfolge festlegt. Letztere entscheidet, wer in den Landtag einziehen wird. Bei 5 Prozent der Zweitstimmen sind die ersten 9 Plätze sicher drin.

Meine vom Wahlamt ausgestellte Wählbarkeitsbescheinigung habe ich jedenfalls schon mal in der Tasche. Na, dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?