Archiv der Kategorie: FeG Dortmund

Freie evangelische Gemeinde Dortmund
Körner Hellweg 6
44143 Dortmund
http://dortmund.feg.de/

Die Osterbotschaft für geistig Behinderte

Alle zwei Jahre veranstaltet die Freie evangelische Gemeinde (FeG) Dortmund den Ostergarten. Unter dem Motto »Passion und Ostern mit allen Sinnen erleben« laden wir zu Führungen ein. In einem begehbaren Diorama sind die wesentlichen Stationen der Passions- und Ostergeschichte aufgebaut – vom Einzug in Jerusalem über die Kreuzigung bis zum Auferstehung.

Unterstützt durch Hörszenen, einen »König« sowie Licht- und Tontechnik führt ein Gruppenbegleiter die Besucher durch die Szenerie. An einer der Stationen gibt es sogar zu Essen und zu Trinken.

Heute komme ich sehr bewegt von einer Führung durch den Ostergarten zurück. Die Gruppe, die hindurchbegleitet habe, ist eine besondere: geistig Behinderte, teilweise auch mehrfach Behinderte.

Wie kann ich diese Menschen erreichen? Wie kann ich Ihnen die Osterbotschaft vermitteln? Was kann ich als Gruppenbegleiter anders machen als bei »normalen« Gruppen? Nur wenig. Ich kann extra langsam sprechen. Ich kann dies oder das mit anderen Worten wiederholen. Aber viel ist da nicht zu machen. Und die als MP3-Dateien eingespielten Hörszenen kann ich sowieso nicht verändern.

Und selbst wenn: Ich wüßte gar nicht, in welche Richtung ich was zielführend modifizieren könnte. Ich kann Menschen auf der intellektuellen Ebene erreichen, ich kann Sachverhalten darstellen und erklären. Aber wenn die intellektuelle Ebene nicht breiter ist als ein Fenstersims? Was dann? Ich stoße da an meine persönlichen Grenzen.

Nach der Führung spreche ich kurz mit dem Leiter der Gruppe. Daß ich nicht erkennen könne, ob und inwieweit die Teilnehmer etwas mitnehmen konnten von dem, was der Ostergarten vermitteln will. Daß manche Teilnehmer während der Führung scheinbar anderweitig beschäftigt waren. Er erklärt mir das: Es sei erstaunlich, wie lange die Konzentrationsspanne der Teilnehmer gereicht hätte. Das sei überaus ungewöhnlich!

Eigentlich hätte ich es wissen müssen: Das Ostergarten-Motto »mit allen Sinnen« erhebt ja bereits den Anspruch, weit mehr zu sein als eine rein intellektuelle Wissensvermittlung. Hier geschieht viel mehr auf anderen Ebenen. Auf Ebenen, die sich meiner eigenen Wahrnehmung teilweise entziehen. Aber ich muß ja auch nicht alles verstehen. Es soll mir reichen, zuzusehen, wie Gott handelt und Herzen auf eine ganz andere Weise bewegt, als ich es selbst kenne. Gott gibt seine Liebe zu jedem Menschen auf sehr unterschiedliche Weisen weiter. Ich bin ihm dankbar, daß er mir das sehr eindrücklich durch diese Führung für geistig behinderte Gäste vor Augen geführt hat!

PS: An der Station »Pilatus« habe ich übrigens nicht so laut geschrieen, wie ich das sonst gern mache.

Der Ostergarten 2013 ist noch bis Ostermontag geöffnet. Mehr unter http://ostergarten.feg-dortmund.de/.

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Wahlnachlese: langfristig denken und die Herzen erreichen

So, von mir etwas verspätet auch noch eine Nachlese zur Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen. Aus Piratensicht ist ja schon einiges dazu geschrieben worden. Das will ich nicht aufwärmen, sondern mich auf wenige Aspekte beschränken.

Stimmenverluste

Die Piratenpartei ist weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Nachdem sie bei der Bundestagswahl in NRW noch 1,67 Prozent der Zweitstimmen holen konnte, reichte es bei der Landtagswahl nur für 1,52 Prozent. Guckt man nicht auf die Prozente, sondern auf die absoluten Zahlen, sieht das Bild noch dramatischer aus: 119.581 Wähler wählten Piraten gegenüber 158.585 bei der Bundestagswahl. Ein Verlust von 39.004 Stimmen oder knapp einem Viertel der Wähler.

Gut, die geringe Wahlbeteiligung spielt eine Rolle. Ich hatte aber eigentlich angenommen, Piratenwähler seien wahlmotivierter als andere. Gut, viele haben taktisch SPD, Grüne oder gar die Linke gewählt, um Schwarz-Gelb zu verhindern. Das kann man daran erkennen, daß die Piratenpartei in vielen Wahlkreisen mehr Erst- als Zweitstimmen bekam. Meine Meinung: taktisch wählen ist wie taktisch heiraten. Es erfüllt seinen Zweck, aber es macht nicht glücklich.

Werbung wirkt langfristig

Die Piratenpartei ist immer noch weitgehend unbekannt, zumindest auf dem Land. Das habe ich beim Unterschriftensammeln für meine Direktkandidatur im Wahlkreis Herford II deutlich gemerkt. Nicht wenige hatten noch nie etwas von der Piratenpartei gehört. Werbung muß daher vor allem den Namen »Piraten« bzw. »Piratenpartei« ins Spiel bringen und in den Köpfen verankern.

Dafür haben wir uns eingesetzt mit Plakaten, Flyern, Infoständen und Aktionen. Dafür haben wir Zeit, Kraft und Geld in diesen Wahlkampf gesteckt. Und nun fragt sich mancher durch das Wahlergebnis gefrustete Pirat, ob sich dieser Aufwand überhaupt gelohnt hat. Ich meine: ja, er hat.

  1. Wo wären wir wohl, wenn wir keinen Wahlkampf gemacht hätten?
  2. Der Aufwand hat sich gelohnt – nur nicht unbedingt für diese Landtagswahl.

Werbung wirkt langfristig, jedenfalls sollte sie das. Wer im April einen Flyer in die Hand gedrückt bekommen und erstmals von den Piraten gehört hat, wird im Mai nicht gleich sein Kreuz an der von uns gewünschte Stelle machen. Aber wenn die Piraten künftig wieder etwas von sich hören lassen, wir er einen Tick aufmerksamer sein. Wir legen heute die Grundlage für übermorgen. Damit das klappt, müssen wir uns regelmäßig Gehör verschaffen. Mit einer einmaligen Aktion zur Wahl ist es nicht getan.

Presse

Präsenz in der Presse ist wichtig, aber leider können aber weder die AG Presse NRW noch die lokalen Pressepiraten zaubern. Klar, wir geben Pressemitteilungen mit irgendwelchen Meinungen zu irgendwelchen Themen heraus. Die Erfahrung lehrt aber, daß die Meinungen einer 1,5-Prozent-Partei nicht wirklich zählen. Erheblich bessere Chancen auf Veröffentlichung haben Ankündigungen oder Berichte dessen, was wir tun oder welche Personen wir in irgendwelche Ämter wählen. Wer sich dafür näher interessiert, sollte den Wikipedia-Artikel zum Thema Nachrichtenwert lesen.

Einige Piraten wollen wohl auch nach der Wahl monatliche Infostände durchführen. Das ist eine gute Idee! Aber man braucht natürlich die entsprechende Man-, äh, Piratepower und vor allem Durchhaltevermögen. Sind alle motiviert, sich Monat für Monat auf die Straße zu stellen? Wie weit reicht die Motivation? Vielleicht ist es realistischer, erstmal einen vierteljährlichen Stand zu planen. Die Schlagzahl erhöhen kann man ja immer noch.

In unterpiratisierten Gegenden wie dem Kreis Herford wird auch das nicht gehen. Da war es nicht mal zur Landtagswahl möglich, einen nennenswerten Straßenwahlkampf zu führen. Dafür ist die Pressearbeit auf dem Land sehr viel leichter als in der Stadt. Dort sind die Lokalredaktionen dankbar für alles, was sie kriegen können. In der Großstadt in die Konkurrenz groß und jede Piratenmeldung buhlt mit tausend anderen um die Aufmerksamkeit der Redakteure. Jedenfalls bin ich mit der lokalen Berichterstattung in Herford II sehr zufrieden. Das hat gut geklappt, obwohl ich als Dortmunder kaum persönlich vor Ort sein konnte.

Plakate

Unsere Plakate fand ich suboptimal. Das erste ist mir in Köln begegnet, als ich mit meinem Faltrad daran vorbeifuhr. Die groß gedruckte Frage konnte ich gut lesen, die darunterstehende Antwort schon nicht mehr. Die war zu klein und ich dann schon vorbei. Überhaupt nicht zu sehen war das wichtigste: der Name der Partei – viel zu klein und zu unauffällig. Fußgänger, die vor einem Plakat stehenblieben und es gründlich lasen, fanden sich darin aber auch nicht zwangsläufig wieder. Den meisten Menschen brennen andere Fragen unter den Nägeln als »Dürfen Politiker Medien beeinflussen?«

Christian Gebel hat ein alternatives Plakat entwickelt, das viel besser funktioniert. Es ist zwar längst nicht so intelligent wie die vorgenannten, aber es ist genau so, wie ein Plakat sein sollte: plakativ.

Flyer

Für meinen Geschmack hatten zu viel verschiedene Flyer. Ich arbeite gern mit einem einzigen Flyer, der die wesentlichen Punkte enthält, den ich sehr gut kenne und den ich im Gespräch daher gut erklären kann. Den Flyer mit der Wahlprogrammkurzfassung finde ich prima. Noch schöner wäre gewesen, wenn er auch unsere Kernziele enthalten hätte. Aber die sind über der Euphorie über die neuen NRW-Themen wohl irgendwo außen vor geblieben.

Mit den Themenflyern kann ich nicht so viel anfangen. Ich trage nicht gern einen Bauchladen von Spezialflyern mit mir herum, nur damit ich möglicherweise den einen oder anderen weitergeben kann, falls jemand danach fragen sollte. Am Infostand war das auch nicht sehr viel anders.

Die Herzen erreichen

Piratenwahlkampf läuft über Intellekt und Logik, nicht über Herz und Bauch. Für die meisten Piraten ist das auch gut und richtig, denn es entspricht ihrer Wesensart – meiner auch. Nur werden wir allein damit nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommen. Denn die meisten Menschen ticken anders. Menschen sind nicht logisch.

Wir müssen es schaffen, die Menschen auch emotional abzuholen. Mit einem rein intellektuellen Wahlkampf erreichen wir nur eine kleine Minderheit. Politische Spezialthemen (»eine Landesbank für den Ministerpräsidenten«) interessieren die Menschen nicht. Selbst allgemeine politische Themen sind für viele uninteressant. Die Mitmachpartei ist ein prima Konzept, aber es will halt nicht jeder mitmachen. Politik und Piratenpartei müssen nicht nur intelligent sein, sondern sich auch gut anfühlen und Spaß machen. Das begeistert! Ein Indiz dafür: Mein Aufruf zum Wahl-Flashmob hatte erheblich höhere Abrufzahlen als ernstgemeinte Artikel wie dieser.

Ich will Sachargumente, Spezialthemen und Mitmachpartei überhaupt nicht kleinreden oder abqualifizieren. Diese Dinge sind notwendig und wichtig. Aber sie reichen nicht aus. Laßt uns die Menschen auch auf der Gefühlsebene ansprechen, damit wir wirklich viele erreichen! Bleiben wir nicht in unserer intellektuellen Nische stecken, die uns höchstens marginalen und indirekten politischen Einfluß bringt!

Was können wir konkret tun? Einige Vorschläge:

  • Veranstaltungen zum Thema Computer und Internet (speziell für Einsteiger und Senioren) z.B. in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen
  • Praktische Hilfe im sozialen Bereich anbieten
  • In der Kommunalpolitik mitarbeiten. Das geht nicht nur über Ratssitze. Die guten Wahlergebnisse in Aachen und Bonn zeigen, was möglich ist.

Bestimmt haben die Kreativen unter euch noch viel mehr Ideen! Laßt sie mich wissen, dann erweitere ich die Liste.

Wenn wir im Leben der Menschen vorkommen, wenn die Menschen mit »Piratenpartei« konkrete Personen verbinden, die sie kennen und schätzen, ist viel erreicht. Damit können wir sogar Nichtwähler ansprechen, die sich noch nie für Politik interessiert oder sich irgendwann frustriert abgewandt haben. Ein gewaltiges Potential! Persönliche Beziehungen sind wichtig. Darüber kann Interese an Politik entstehen. Das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich, sondern ist eine langfristige Geschichte.

(Übrigens kenne ich das ganz ähnlich aus meiner Gemeinde. Da kommen Menschen in der Regel auch nicht »einfach so« zum Gottesdienst, weil sie ein spontanes Interesse am Glauben überfällt. Sondern jemand lernt ein Gemeindemitglied kennen, und fängt an, sich für das zu interessieren, was dem anderen wichtig ist. Das Interesse entsteht also nicht aus der Sache heraus, sondern wird vermittelt durch eine glaubwürdige Person. Dann läßt man sich gern auch mal zum Gottesdienst einladen – und sich womöglich von und für Jesus begeistern.)

Update zum Thema Nichtwähler (2010-05-13):

Landtagswahl Nordrhein-Westfalen 2010: Zweitstimmen und Nichtwähler Die nebenstehende Grafik zeigt, wie erschreckend hoch der Anteil der Nichtwähler ist (grau). Ebenfalls gut zu sehen ist, daß auch die sogenannten großen Parteien jeweils nur gut ein Fünftel der Wahlberechtigten hinter sich bringen konnten. Jedenfalls macht die Grafik klar, in welchem Bereich wir Piraten – aber auch andere Parteien – das größte Potential für weitere Wähler finden: Es sind diejenigen, die sich aus der Teilhabe am demokratischen Prozeß verabschiedet haben.

Wer warum nicht wählt und wie man das ändern kann, ist weitgehend unerforscht. Aber ein paar Fakten kennt man doch. So besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Armut einerseits und dem Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben andererseits. Mehr dazu kann man in einem Beitrag des Deutschlandfunks nachlesen bzw. -hören: Die Partei der Nichtwähler – Unbekannte Macht oder schweigende Mehrheit. Lesenswert!

Das Christsein, das Leben, die Welt und der ganze Rest (The Big Story)

Dieser Beitrag ist eine Predigt, die ich am 2010-04-11 in der Freien evangelischen Gemeinde Dortmund gehalten habe.

Sie hat zwei Ziele:

  • Sie soll Nichtchristen einen Überblick geben über das, was Christen eigentlich glauben, und zwar anhand einer mehr oder weniger einfachen Skizze.
  • Sie soll den einen oder anderen Christen darauf aufmerksam machen, daß das, was er glaubt, nicht alles ist, was das Christsein ausmacht. Die erwähnte Skizze hilft, den christlichen Glauben anderen Menschen zu erklären, und zwar in nicht mehr als 30 Minuten, also einer Predigtlänge. Ein Stift und eine Serviette reichen dafür aus.

Also los!

Eine kaputte Welt

Dieser Kreis und die zwei Figuren darin stehen für unsere Welt und für uns Menschen Wie sieht unsere Welt aus? Ist sie gut oder schlecht? Was erleben wir? Was sehen wir in den Nachrichten? Leid, Krieg, Unterdrückung, Armut, Krankheit, Tod. Auch wenn wir manches Schöne kennen, ist die Welt doch auf’s Ganze gesehen in einem üblen Zustand.

Ich zeichne daher eine Wellenlinie um den Kreis. Sie zeigt: Diese Welt ist kaputt. In dieser Beurteilung sind sich die meisten Menschen einig.

Wie geht es uns dabei? Ist es uns egal oder empfinden wir etwas? Den meisten Menschen ist das nicht egal, sondern sie sind traurig oder zornig. Der eine resigniert; der andere will etwas verändern. Wir sehnen uns nach einer Welt, in der es gerecht und liebevoll zugeht, in der niemand hungern muß.

Eine vollkommene Welt

Nach dem Weltbild der Christen hat Gott vor langer Zeit eine heile und vollkommene Welt geschaffen. Ihre Perfektion zeigte sich auf drei Ebenen:

  1. Die Beziehungen auf globaler Ebene
  2. Die Beziehungen der Menschen untereinander
  3. Die Beziehung zu Gott

Ich zeichne einen weiteren Kreis ohne Wellenlinie. Er steht für die vollkommene Welt (globale Ebene). Ich zeichne zwei Figuren in diesen Kreis (Beziehungsebene).

Auf allen Ebenen hat Gott sich ein wechselseitiges Dasein füreinander vorgestellt mit gegenseitigem Geben und Nehmen.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Auf dieser Ebene geht es um eine globale Sicht der Dinge, beispielsweise um Mensch und Umwelt oder um arme und reiche Nationen.

Gott hatte sich das Verhältnis zwischen dem Menschen und dem Planeten Erde als ein gegenseitiges Geben und Nehmen vorgestellt, nachzulesen in in 1. Mose 1, 28-29:

  • Der Mensch sorgt für die Erde.
  • Die Erde versorgt den Menschen mit allem, was er zum Leben braucht.

Die Beziehungen der Menschen untereinander

Die Figuren zeigen die Beziehungsebene. Man braucht nicht an Adam und Eva zu denken, sondern sie stehen ganz allgemein für Menschen und ihre Beziehungen untereinander: Ehepaare, Nachbarn, Kollegen, Parteifreunde, Familen.

Die Figuren stehen dicht beieinander. Sie drücken Gemeinschaft aus, Vertrauen, Harmonie, die perfekte Beziehung.

Beispielsweise zeigt die biblische Schöpfungsgeschichte, daß Gott sich Mann und Frau als starke Partner gedacht hatte und auch auf dieser Ebene die gegenseitige Ergänzung wollte (1. Mose 2, 18).

Die Beziehung zu Gott

Gott hat uns für eine Beziehung mit sich selbst erschaffen. Er bringt dem Menschen seine Liebe und seinen Segen entgegen und wünscht sich im Gegenzug, zurückgeliebt und geehrt zu werden. Und damit wir Gott wirklich lieben können, hat er uns nicht als Maschinen oder Roboter erschaffen, sondern uns mit einem freien Willen ausgestattet.

Ich zeichne einen inneren Kreis um die Figuren. Er symbolisiert die heile Beziehung zwischen Gott und Menschen. Über die Zeichnung schreibe ich »Zum Guten erschaffen«.

Vom Bösen zerstört

Wie kam es dazu, daß die Welt heute so aussieht wie auf der rechten Zeichnung?

Der Mensch wollte das Funktionsprinzip der wechselseitigen Ergänzung nicht akzeptieren. Der Mensch sieht sich selbst im Mittelpunkt. Alles soll auf ihn bezogen sein und ihm nützen.

Ich zeichne vier Pfeile von außen nach innen.

Die Selbstbezogenheit des Menschen hat Folgen auf allen drei Ebenen.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Wir haben die Schöpfung zerstört. Wir beuten den Planeten aus, um ein bequemes Leben zu führen. Wir roden Urwälder am Amazonas oder in Indonesien, um Profit zu machen und ohne Rücksicht auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir blasen immer größere Mengen an CO2 in die Atmosphäre und können uns nicht einmal auf eine wirkliche Begrenzung der Steigerungsrate einigen. Und der Planet schlägt zurück durch Unwetter, Überschwemmungen und Dürren.

Von globalen Problemen durch Unterdrückung, Gewalt und Ungerechtigkeit ganz zu schweigen.

Die Beziehungen unter den Menschen

Wir verletzen andere, ob wir es wollen oder nicht – besonders die, die uns eigentlich am wichtigsten sind.

Ich zeichne eine Wellenlinie von oben nach unten zwischen den Figuren hindurch.

Die Beziehung zu Gott

Zumindest in unserem Kulturkreis leben die meisten Menschen so, als gäbe es keinen Gott. Andere haben Angst vor ihm. Oder sie verwechseln Gott mit der Kirche, sind zurecht enttäuscht und wenden sich von allem frommen Kram ab. Von verschiedenen Religionen ganz zu schweigen.

Ich zeichne einen kleinen Kreis mit einer Wellenlinie um die Figuren.

Über die Zeichnung schreibe ich »Vom Bösen zerstört«. Diese Welt, unsere Beziehungen untereinander und unsere Beziehung zu Gott sind unheilbar beschädigt oder zerstört.

Wo macht sich das in deinem Leben bemerkbar? Wo hast du selbst dazu beigetragen?

Wiederhergestellt zum Besseren

Aber Gott liebt uns und diese Welt und startete eine Rettungsaktion.

Ich zeichne unten rechts einen weiteren Kreis mit einer Wellenlinie. Er zeigt die kaputte Welt.

Ich zeichne einen Pfeil, der von oben in die Welt hineinkommt. Er zeigt: Gott greift ein. Er überläßt die Welt nicht sich selbst, sondern kommt in unseren Schlamassel hinein.

Ich zeichne ein Kreuz mitten in den Kreis. Das Kreuz steht für Jesus.

Jesus kam vor 2.000 Jahren in diese Welt, um dem Bösen etwas entgegenzusetzen: sich selbst.

  • Drei Jahre lang zog er von Ort zu Ort und gab uns neue Perspektiven. Er zeigte uns, wie wir gegen das Böse um uns herum und in uns selbst kämpfen können.
  • Schließlich nahm Jesus alles Kaputte auf allen drei Ebenen auf seine eigene Kappe. Daran ging er zugrunde. Er starb am Kreuz: Karfreitag.
  • Ostern feiern Christen seine Auferstehung. Jesus ist nicht totgeblieben. Er hat das Böse überwunden und ist jetzt selbst das Heilmittel für uns und für die Welt. Dieses Heilmittel bietet er uns an.

Die Heilung, die Jesus anbietet, wirkt sich auf allen drei Ebenen aus:

Die Beziehung zu Gott

Jesus heilt unsere Beziehung zu Gott. Wir brauchen nicht länger selbstbezogen zu leben und uns nur um unsere eigenen Dinge zu drehen. Du kannst eine Beziehung mit ihm eingehen, die geprägt ist durch Liebe und Vertrauen. Da geht es nicht um irgendwelche religiösen Regeln und Rituale, nicht um frommen Formalismus, sondern um ein echtes Miteinander. Neue Wertmaßstäbe bestimmen dein Denken, Fühlen und Handeln. Du bist völlig neu geworden. Denn du bist mit Christus in den Tod gegangen und mit Christus auferstanden. Mehr dazu ist zum Beispiel in 2. Korinther 5, 14-21 nachzulesen.

Die Beziehungen unter den Menschen

Jesus heilt unsere Beziehungen. Wir können einander vergeben, was wir uns gegenseitig an Verletzungen zugefügt haben. Wir können lernen, einander zu lieben. Vergebung ist ein mächtiges Mittel gegen Haß, Zorn, Verachtung und Verletzungen. Wer die Vergebung Jesu angenommen hat, kann auch anderen vergeben.

Am Fuß des Kreuzes zeichne ich Menschen ein, bei denen Jesus angefangen hat, sie selbst und ihre Beziehungen zu heilen. Ich zeichne sie dicht beieinander, um die Qualität ihrer Beziehungen zu zeigen.

Ich zeichne einen Kreis um das Kreuz und um die Figuren, die zum Kreuz gehören. Der Kreis hat keine Wellenlinie. Die Beziehung zu Gott ist in Ordnung. Über den Kreis schreibe ich »Wiederhergestellt zum Besseren«.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Umwelt, Regierungen, Unternehmen, Schulen – Gottes Liebe, sein Frieden, seine Gerechtigkeit können sich hier auswirken und sie prägen. Dazu gleich mehr.

Gesandt, um zu heilen

Ich zeichne erneut den äußeren Kreis – mit einer Wellenlinie, denn wir wissen ja, daß unsere Welt noch nicht in Ordnung ist.

Ich zeichne den inneren Kreis und das Kreuz in der Mitte.

In diesem inneren Kreis beginnt das, was die Bibel das Reich Gottes nennt. Über dieses Thema hat Jesus mehr gesprochen als über jedes andere Einzelthema. Beispielsweise sagt er in Markus 1, 15 sagt er: Erfüllt ist die Zeit und nahe herbeigekommen ist die Königsherrschaft Gottes. Ändert euer Leben und glaubt dem Evangelium!

Das Wort Evangelium war zur Zeit Jesu kein frommer Fachbegriff, sondern eine militärische oder regierungsamtliche Vokabel. Es war die »gute Nachricht« von der neuen Herrschaft des Römischen Reiches. Überall dort, wo die Römer ein Gebiet in ihr Weltreich einverleibt hatten, sandte der Kaiser Boten (griechisch Angelos → Engel), die den Menschen das »Evangelium« verkündeten:

Leute, ihr gehört jetzt zu Rom. Ihr braucht euch um nichts mehr Sorgen zu machen. Das Römische Reich bringt euch den Pax Romana. Es bringt euch Frieden, Fortschritt und Sicherheit. Ich braucht euch keine Sorgen mehr zu machen über Wegelagerer auf euren Reisen, keine Sorgen über Feinde, die in euer Land einfallen könnten, keine Sorgen über Wirtschaftskrisen. Das Römische Reich kümmert sich um das alles. Der Kaiser ist euer Herr und euer Retter!

Jesus hat diese den Menschen bekannte Begriffe aufgegriffen und mit neuen Inhalten gefüllt. Sein Reich hat aber nichts mit erobertem Land zu tun. Sein Reich ist da, wo das geschieht, was Gott will.

Gottes Reich kommt nicht durch militärische Stärke, es kommt nicht mit Gewalt und Unterdrückung. In seinem Reich herrschen Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit. Gottes Reich will Raum gewinnen auf allen drei Ebenen. Auf allen drei Ebenen beginnt Jesus einen Heilungsprozeß.

Die Beziehung zu Gott

Das Reich Gottes beginnt bei dir persönlich, wenn du Jesus die Leitung deines Lebens überträgst. Das ist anders als bei den Menschen in den eroberten römischen Provinzen. Die konnten sich nicht aussuchen, ob sie das Römische Reich wollten oder nicht.

Die Herrschaft Jesu in deinem Leben ist eine freiwillige Sache und deine eigene Entscheidung. Wenn du dich auf Jesus einläßt, verändert er sich und macht dich zu einem neuen Menschen. Das fängt klein an und greift in deinem Leben immer weiter Raum. Du wirst immer mehr so, wie die Welt sein sollte. Jesus macht dich fröhlicher, friedlicher, geduldiger, freundlicher, gütiger, treuer, bescheidener und selbstbeherrschter – siehe Galater 5, 22-23.

Die Beziehungen unter den Menschen

Jesus heilt deine Beziehungen zu anderen Menschen. Du vergibst anderen und erfährst selbst Vergebung. Auch das ist ein Prozeß, der Zeit braucht.

Ich zeichne vier Figurenpaare an die Außenlinie des inneren Kreises. Sie stehen für Menschen, deren Beziehungen Jesus in Ordnung gebracht hat.

Für viele Christen ist ihre Vorstellung vom Reich Gottes an dieser Stelle abgeschlossen. Die eigene Beziehung zu Gott ist in Ordnung. Die Beziehungen zu den Mitchristen sind ebenfalls mehr oder weniger in Ordnung. In der Gemeinde kommt man auf’s Ganze gesehen recht gut miteinander aus.

Gott möchte uns aber die Augen öffnen für seine größere Perspektive.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Jesus hat eine Bewegung in Gang gesetzt, um die ganze Welt zu heilen. Mit Leid und Ungerechtigkeit, Hunger und Korruption, Gewalt und Ausbeutung findet er sich nicht ab. Eines Tages wird diese Heilung vollständig sein. Eines Tages erschafft Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde. Bis dahin ruft Jesus seine Leute dazu auf, mitzuarbeiten und diese Welt ein Stück besser zu machen. Denn er macht das nicht einfach per Fingerschnippsen selbst.

Dazu ein Beispiel aus der Bibel: Als es darum geht, für 5.000 Männer plus Frauen und Kinder ein Abendbrot zu organisieren, fordert Jesus seine Jünger auf: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« Sie antworteten: »Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische.« (Lukas 9, 13). Jesus erwartet von uns, unsere Mittel und Möglichkeiten zu prüfen und das zu tun, was wir können. Er erwartet, daß wir uns mit dem, was wir können, an seiner Aufgabe beteiligen. Er erwartet nicht von uns, daß wir die Welt retten. Das hat er selbst getan. Und das tut er, indem er unsere fünf Brote und zwei Fische nimmt und Tausende satt macht. Darum ist es nicht aussichtslos, wenn wir uns in Gesellschaft und Politik engagieren.

Das kann zum Beispiel so aussehen, daß man am Arbeitsplatz den Mund aufmacht, wenn jemand gemobbt wird. Oder daß man bei einer Organisation wie der Dortmunder Tafel mitmacht, die Menschen hilft, denen das Geld für Lebensmittel fehlt. Oder daß man sich in der Politik dafür stark macht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, daß weniger Menschen in Not geraten. Ich persönlich engagiere mich in der Piratenpartei, weil mir unsere Grundrechte und Bürgerrechte wichtig sind.

Das, was wir tun, wird auf Gott zurückfallen. Man wird erkennen, wer hier am Werk ist: »Die Menschen sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen«, sagt Jesus seinen Leuten in Matthäus 5, 16.

Ich zeichne von dem der vier Figurenpaare einen Pfeil zum äußeren Kreis. Er zeigt, daß sich Christen für diese Welt und die Menschen einsetzen. Der Ursprung jedes Pfeils ist ein Figurenpaar, nicht eine einzelne Figur. Für Christen ist die Gemeinschaft untereinander entscheidend wichtig. Der Ursprung jedes Pfeils ist zugleich der innere Kreis. Aus der gemeinsamen Beziehung zu Gott stammt die Kraft, etwas in der Welt zu bewirken. Für uns ist wichtig, unsere Aufgabe zu erkennen und anzupacken. Um das Ergebnis kümmert sich Gott selbst.

Ohne Heilung des Menschen keine Heilung der Welt

Ich zeichne zwei parallele Linien zwischen den Kreisen oben links und unten rechts. Sie stehen für eine Kluft, für eine Barriere.

Ich zeichne einen Pfeil vom Kreis oben rechts in Richtung unten links, der vor der Barriere endet.

Mancher will die Welt heilen und direkt vom Kreis oben rechts (»Zerstörung«) nach unten links (»Heilung«) springen. Doch das gelingt nicht oder nur in Ansätzen. Warum? Weil wir in allem, was wir tun, immer uns selbst, unser Wesen einbringen: unsere Motivationen, unsere Sehnsüchte, unsere Methoden. Wenn Jesus uns nicht in Ordnung bringt, bleiben wir geprägt von Egoismus, Neid, Stolz, Feigheit, mangelndem Durchblick usw. Wir haben dann ja auch nur unsere eigene Kraft zur Verfügung – und die reicht nicht.

Wer wirklich die Welt ein Stück heilen will, muß selbst geheilt sein. Es ist Jesus, der dich durchgreifend in Ordnung bringen kann. Und er gibt dir seine Kraft, mit der du dich wirksam zur Heilung der Welt einsetzen kannst.

Ich zeichne einen Pfeil vom Kreis oben rechts zum Kreis unten rechts, und ich zeichne einen Pfeil vom Kreis unten rechts zum Kreis unten links.

Standortbestimmung

In welchem der vier Kreise befindest du dich?

  1. Im ersten Kreis ist für dich alles prima. Aber selbst, wenn das für dich persönlich stimmt, ist die Welt als ganze gar nicht prima. Wo ist dein Beitrag zur Heilung der Welt?
  2. Im zweiten Kreis bist du überwältigt von dem, was in der Welt kaputt ist – oder in deinem eigenen Leben. Aber es gibt Hoffnung. Jesus will dich und die Welt in Ordnung bringen. Laß dich auf Jesus ein!
  3. Im dritten Kreis bist du einer, den Jesus geheilt hat, trägst aber nichts dazu bei, unsere Welt zu heilen. Was hält dich eigentlich davon ab? Frage Jesus, an welcher Stelle er dich haben will, und tue, was er dir klarmacht!
  4. Im vierten Kreis bist du zusammen mit anderen unterwegs auf dem richtigen Weg. Bleibe mit Jesus verbunden im Gebet, versuche nicht, die Dinge nur durch deine eigene Kraft auf die Reihe zu kriegen!

Amen.


Quellen

  • James Choung, True Story: A Christianity Worth Believing In, IVP Books, 2008-04-30, ISBN 978-0830836093, 231 Seiten, Englisch

FeG Dortmund stellt zweiten Pastor ein

Gestern abend entschied die Mitgliederversammlung der Freien evangelischen Gemeinde Dortmund, mit Rolf Cyrus einen zweiten Pastor einzustellen. Keine leichte Entscheidung angesichts leerer Kassen! Gemeindeleitung und Kassierer errechneten eine Finanzierungslücke von über 30.000 €. Zeitgleich trafen jedoch einige größere Sonderspenden ein, und zahlreiche Mitglieder und Freunde der Gemeinde sagten ihre konkrete Beteiligung an der Finanzierung der Pastorenstelle zu. Summa summarum decken diese Spenden genau den Betrag ab, den die Gemeindeleitung als Finanzierungslücke errechnet hatte. Für die Gemeinde ein klarer Hinweis auf das, was Gott will. So fiel es den meisten anwesenden Mitgliedern nicht schwer, für die Einstellung von Cyrus zu stimmen: 95 Prozent der Stimmen konnte der Pastor aus Berlin auf sich vereinigen.

»Euch gehört doch alles«, schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth (1. Korinther 3, 21-23) und meint damit nicht nur Geld: »Euch gehört die ganze Welt, das Leben und der Tod, die Gegenwart und die Zukunft.« Ist Paulus ein Spinner ohne Ahnung von der Realität? Weiß er nicht, daß ein Pastor und seine Familie etwas zum Beißen haben müssen? Doch, das weiß Paulus ganz genau, wie er an anderer Stelle ausführt (1. Timotheus 5, 18). Aber er öffnet der Gemeinde in Korinth, der Gemeinde in Dortmund und allen Gemeinden, die sich auf Jesus Christus verlassen, den Blick auf die Realität hinter dem Horizont. Mensch ohne Christus erkennen sie nicht, und auch Christen – zumindest die in Korinth – brauchen die paulinische Sehhilfe: »Alles gehört euch, ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.«

Die Gemeinde ist nicht bloß ein Zusammentreffen von Menschen mit ähnlichen religiösen Ansichten. Sie ist eine himmlische Realität, die sich auf der Erde manifestiert. Gott selbst ist der Herr der Gemeinde. Er kümmert sich und sie, er ist verantwortlich für sie, und er versorgt sie mit allen Mitteln, die sie braucht, um ihren Auftrag auszuführen. Wie dieser Auftrag an einem ganz bestimmten Ort zu einer ganz bestimmten Zeit praktisch aussieht, muß eine Gemeinde im Gebet und im Gespräch herausfinden.

Die FeG Dortmund hat das getan. Sie ist gestern abend mit der Einstellung von Rolf Cyrus einen konkreten Schritt gegangen. Pastor Cyrus wird seine Stelle im Sommer 2010 antreten. Er wird seine Aufgaben nicht nur in der FeG Dortmund finden, sondern auch in ihren Tochtergemeinden FeG Dortmund-West und FeG Holzwickede.

FeG Dortmund-West wird selbständig

In Zeiten, in denen die Zahl der Kirchgänger zurückgeht, ist es schon etwas Besonderes, wenn eine christliche Gemeinde nicht nur nicht schrumpft, sondern wächst und Tochtergemeinden gründet. Die Freie evangelische Gemeinde Dortmund hat heute ihre Tochtergemeinde Dortmund-West in die Selbständigkeit entlassen: Mitglieder und Gäste beider Gemeinden nahmen am Gottesdienst in den Räumen der Muttergemeinde teil.

Pastor Arne Völkel erinnerte an die ersten Überlegungen im Jahr 2006. Schritt für Schritt und im Vertrauen auf Gott sei die Gemeinde vorangegangen, zaghaft und doch mutig. Und Gott habe Vertrauen und Gehorsam belohnt, so daß es schließlich zur Gründung von gleich zwei Tochtergemeinden kam, nämlich der FeG Dortmund-West in Dorstfeld und der FeG Holzwickede.

Warum wächst eine Gemeinde? Wie entstehen Tochtergemeinden? Ich denke, eine entscheidende Rolle spielt das, was Klaus Lüdemann, Sprecher des Leitungsteams der FeG Dortmund-West, in seiner Predigt ausführte: Leidenschaftliche Liebe bringt Gott uns entgegen, und diese leidenschaftliche Liebe Gottes sollen seine Leute anderen Menschen vermitteln. Wo Christen das tun, wird ihr Glaube im Wortsinn attraktiv und zieht andere Menschen an. Die erleben, daß man sie annimmt, sie wertschätzt, ihnen praktisch hilft – kurz: sie liebt. Und sie werden neugierig auf den, von dem Christen die Liebe bekommen, die sie weitergeben.

Daß das funktioniert, zeigt die Existenz der FeG Dortmund-West. Wobei »funktioniert« kaum das richtige Wort ist. Denn Liebe ist ja mehr als eine Bedienungsanleitung für Gemeindewachstum oder ein paar Regeln, an die sich eine Gemeinde zu halten hat. Was versteht die FeG Dortmund-West unter Liebe? Ein Stückweit macht das die Bezeichnung deutlich, die sie den Menschen verpaßt, für die sie da sein will. Sie nennt sie VIPs: very important persons – sehr wichtige Personen. Das ist es!