Atomausstieg? Nein danke! – Die Nuklearia im Fernsehen

In deutschen Medien Erwähnung zu finden, passiert Kernkraftbefürwortern eher selten. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt und nach 30 Jahren grüner Indoktrination nicht weiter verwunderlich.

Umso mehr habe ich mich neulich über eine Interviewanfrage des russischen Fernsehsenders Russia Today TV (RT) gefreut. Was ich zuvor nicht wußte: RT bringt einen englischsprachigen 24-Stunden-Livestream und veröffentlicht die Einzelbeiträge auf Youtube. RT ist nach eigenen Angaben der erste Nachrichtenkanal mit mehr als einer Milliarde Youtube-Views.

Tatiana, Peter und Stan trafen uns zum Interview am 5. Dezember in Essen.

Der fertige Beitrag „No to Nuclear? Pros & cons of green energy in Germany“ ist nach der Ausstrahlung im RT-Liveprogramm nun auf Youtube zu sehen (3:04 min).

Kernenergie sei in Deutschland ein Tabuthema geworden, meint Reporter Peter Oliver. Ich ergänze: Dieses Tabu ist die Folge von 30 Jahren grüner Indoktrination in Deutschland. Kernenergie ist etwas Böses: Das haben viele Menschen von Geburt an gehört und verinnerlicht. Offenenheit für andere Überlegungen und Ideen ist selten.

Was sind das für Aspekte? Im Gespräch mit Peter Oliver habe ich auf moderne, inhärent sichere Reaktorkonzepte verwiesen, von denen die wenigsten etwas wissen. Ebenso ist so gut wie unbekannt ist, daß Kernenergie von allen Energieformen – erneuerbare eingeschlossen – die wenigsten Opfer pro erzeugter Strommenge zu beklagen hat. Das fehlt im Video leider, aber so ein Drei-Minuten-Beitrag muß ja auch strikt bei einem Thema bleiben.

Die Energiewende hat ihren Preis, und bezahlt wird der von den Verbrauchern über ständig steigende Strompreise. 185 Euro Mehrkosten waren es 2013 für den durchschnittlichen Haushalt.

Doch nicht alle nehmen die Energiewende kritiklos hin, erläutert Peter Oliver und verweist auf die Nuklearia. Ich ergänze: Wer Geld hat, wer zur Zielgruppe der Energiewende gehört, kann sich leisten, was er für eine gute Sache hält. Alle anderen bleiben auf der Strecke.

Doch obwohl Kernenergie große Mengen Strom relativ billig und unabahängig vom Wetter erzeugen kann, haben es Kernkraftbefürworter in Deutschland schwer, Gehör zu finden.

Teil des Problems ist, daß die Menschen in Sachen Stromversorgung erschreckend naiv seien. Für viele komme der Strom einfach aus der Steckdose, so Prof. Dr. Frank Endres von der Technischen Universität Clausthal. Die Menschen wüßten nicht, was es bedeute, ein Stromnetz stabil zu halten. Dafür  seien aber Großkraftwerke nötig: Kernkraft, Kohle oder Gas.

Für Dr. Hermann Hinsch trägt der deutsche Stromausstieg nach Fukushima ökoreligiöse Züge. Man begehe eine Sünde, erschaffe etwas Böses, und wie bei anderen Religionen führe das zum Ende der Welt, so der Radiologe.

Und während die Strompreise weiter steigen, werden fossile Kraftwerke gebaut. Sie springen ein, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Deutschlands grüne Revolution versinkt im Kohlenstaub.

Inzwischen mehren sich die kritischen Stimmen an der Energiewende auch in Deutschland, zum Beispiel dieser Artikel in der »Welt« vom 24. Dezember. Ob das auch zu einem verstärkten Medieninteresse an Kernenergiethemen führen wird, werden wir sehen. Für Januar hat sich jedenfalls schon mal das nächste Fernsehteam angesagt – aus Schweden.

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