POET Technologies hat neuen Vorstandsvorsitzenden

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Einen Tag vor der Hauptversammlung in San José, Kalifornien, gab POET Technologies heute den lange gesuchten neuen CEO bekannt: Dr. Suresh Venkatesan löst Peter Copetti an der Unternehmensspitze ab.

English abstract: One day before its Annual General Meeting in San José, California, POET Technologies today announced the long sought-after new CEO: Dr. Suresh Venkatesan replaces Peter Copetti at the top of the company.

Neuer CEO: Dr. Suresh Venkatesan (Foto: National Institute of Standards and Technology)

Dr. Suresh Venkatesan war zuvor als Senior Vice President für den Bereich Technology Development bei GlobalFoundries tätig. In dieser Position verantwortete er Forschung und Entwicklung des weltweit drittgrößten Chipherstellers, so auch die neue 14-nm-Plattform des Technologieriesen.

Anders als Copetti kommt Venkatesan aus der Technik. Er machte seinen Bachelor in Elektrotechnik am Indian Institute of Technology (IIT) in Madras. Das IIT ist eine renommierte indische ingenieurwissenschaftliche Bildungseinrichtung und besteht aus mehreren Eliteuniversitäten. Den Master-Abschluß erwarb Venkatesan an der Purdue University in den USA, wo er 1992 auch promovierte. In den 22 Jahren vor seinem Wechsel zu POET Technologies arbeitete er als Ingenieur sowie in leitenden Positionen in der Halbleiterentwicklung bei Motorola, Freescale Semiconductor und GlobalFoundries. Venkatesan besitzt 25 US-Patente und hat über 50 Fachartikel (mit-)verfaßt.

Lange Suche erfolgreich abgeschlossen

Die Suche nach einem neuen Chief Executive Officer (CEO) begann im Grunde bereits mit der Berufung von Peter Copetti zum CEO im Februar 2014. Denn Copetti war von vornherein nur als Übergangs-CEO angetreten, befand er sich doch eigentlich bereits im Ruhestand. Ich finde es bemerkenswert, daß Copetti von Anfang an seine persönlichen Grenzen erkannte und Wert darauf legte, ein hochkarätiges Team zusammenzustellen und nach seinem eigenen Nachfolger zu suchen. Der wichtigste Coup gelang ihm im Juli 2014 mit der Berufung von Ajit Manocha, dem Ex-Chef von GlobalFoundries, als Executive Vice Chairman von POET Technologies. Auch Manocha wollte eigentlich seinen Ruhestand genießen, war aber von der POET-Technik dermaßen begeistert, daß er es sich nicht nehmen ließ, hier ganz vorn mitzumischen. Man darf wohl vermuten, daß es Ajit Manocha ist, der hinter dem Wechsel von Suresh Venkatesan steht. Er hat einen Mann von GlobalFoundries abgeworben, den er kennt und schätzt.

Die Suche habe sich über ein Jahr hingezogen, weil man nach dem perfekten CEO gesucht habe, erläutert Copetti und ergänzt: »Ich glaube, mit Suresh haben wir diese Person gefunden.« Venkatesan kenne sich mit Produkt- und Bauelement-Entwicklung aus und verfüge über ein tiefes Verständnis der dahintersteckenden Physik. Außerdem habe er enorme Führungserfahrung sowie Erfahrung in puncto Entwicklung und Strategie innerhalb der Chipfertigungsndustrie. In der Nachfolgeregelung des Unternehmens sei dies ein wichtiger Meilenstein, gerade in der laufenden Lab-to-Fab-Transition, so Copetti. Begeisterte Worte findet Copetti gegenüber einem HV-Teilnehmer am Vortag der Hauptversammlung: „I’ve working on this a long time and it’s f***ing awesome!“

Auch wenn davon nichts in der heutigen Medienmitteilung steht: Bei der CEO-Suche wird auch eine wesentliche Rolle gespielt haben, daß der Neue die Vision der bisherigen Unternehmensführung teilt. Ich erwarte daher keine Änderungen der Strategie, sich als unabhängiges Unternehmen zu etablieren und die POET-Technik an Partner und Kunden zu lizenzieren.

Mit seinen Erfahrungen bei der Einführung der 28-nm- und 14-nm-Plattformen bei GlobalFoundries kann Venkatesan die Möglichkeiten und Grenzen der Siliziumtechnik sehr genau beurteilen. Er weiß aus erster Hand, wie schwierig, kostspielig und wirtschaftlich fragwürdig immer weitere Verkleinerungen sind.

POET mit Potential

Dr. Suresh Venkatesan (links) und Ajit Manocha (2. von links) in alten Zeiten bei GlobalFoundries (Foto: Chip Design)

Vor seiner Zusage als CEO bei POET Technologies hat sich Venkatesan die POET-Technik selbstverständlich genau angesehen. Niemand gibt schließlich einfach so eine leitende Position in der Führungsebene eines Weltunternehmens auf, um bei irgendeiner unbekannten und umsatzlosen Klitsche mit einem zweifelhaften Produkt anzufangen. Da müssen schon sehr überzeugende Argumente her. Da müssen Zweifel ausgeräumt werden. Das ist offensichtlich geschehen. Venkatesan hat sie POET-Technik geprüft und räumt ihr im Vergleich zur herkömmlichen Siliziumtechnik die besseren Chancen ein:

»Für den von POET Technologies entwickelten III-V-CMOS-Fertigungsprozeß sehe ich ein gewaltiges Marktpotential. Die Industrie steht an einem Wendepunkt, der neue, innovative Lösungen erfordert. Die monolithische Integration elektronischer und optischer Bausteine auf demselben Chip vermag viele Segmente des Halbleitermarkts zu revolutionieren. Ich bin begeistert, Teil dieses Team zu sein.«

Venkatesan erhält 6.357.082 Optionen, mit denen er POET-Aktien zu einem Basispreis von 1,40 CAD über einen Zeitraum von fünf Jahren erwerben kann. Die ersten 908.154 Optionen sind frühestens nach einem Jahr ausübbar, weitere Optionen folgen gestaffelt im Sechs-Monats-Rhythmus. Der lange Zeitraum ist ein – ein Hinweis auf die langfristige Perspektive des Unternehmens.

Der Wechsel eines weiteren Halbleiterhochkaräters zu POET Technologies sollte die POET-Aktionäre, die seit Wochen nach Neuigkeiten lechzen und von denen mancher unsicher geworden ist, wieder zuversichtlich stimmen – erstens grundsätzlich und zweitens im Hinblick auf die Meilensteine, die für das laufende Quartal angekündigt sind. Und die bisherigen Zweifler sollten ins Grübeln kommen.

Und Peter Copetti?

Der bisherige CEO Peter Copetti bleibt dem Unternehmen erhalten und wird weiterhin als Executive Co-Chairman fungieren, also zusammen mit Ajit Manocha an der Spitze des Verwaltungsrats (Board of Directors) stehen. Vermutlich wird sich Copetti nun mehr auf seine Kernkompetenz als Kapitalmarktexperte konzentrieren können, was dem geplanten Gang zur Nasdaq nicht schaden dürfte.

Dr. Geoff Taylor, Unternehmensgründer und wissenschaftlicher Kopf von POET Technologies, lobt Copetti im Namen des Board of Directors und dankt ihm für seine Vision und für seinen rastlosen Einsatz für das Unternehmen. Taylor hebt besonders den finanziellen Turnaround des Unternehmens hervor, den Copetti erfolgreich durchgezogen habe. Nun gehe es um Produktentwicklung und Umsatz.

Der Aktienkurs

Die Aktie konnte die kräftigen Vortagsverluste wettmachen, dümpelte im Handelsverlauf um 1,50 CAD und konnte zuletzt auf 1,55 CAD anziehen. Wesentliche Kurssprünge in gänzlich andere Größenordnungen hinein dürften wohl erst dann kommen, wenn der neue CEO das Erreichen der angekündigten Meilensteine und den Abschluß der ersten wesentlichen Unternehmenspartnerschaft bekanntgegeben hat.

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