Fröhliche Gesichter auf der POET-Hauptversammlung 2015

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Gestern fand im kalifornischen San José die diesjährige Hauptversammlung von POET Technologies statt. Die teilnehmenden Aktionäre zeigten sich sehr zufrieden – und zugleich gespannt auf die künftigen Entwicklungen. Hier einige nicht repräsentative Eindrücke.

English abstract: Yesterday this year’s Annual General Meeting (AGM) of POET Technologies took place in San José, California. The participating shareholders appeared to be very satisfied – and at the same time curious about upcoming developments. Here are some non-representative impressions.


Anders als 2014 bin ich in diesem Jahr nicht zur Hauptversammlung (Annual General Meeting, AGM) geflogen. Für das gesparte Geld habe ich mir lieber ein paar weitere POET-Aktien gekauft. Eine gute Entscheidung?

Was meinen diejenigen, die gestern in San José dabei waren? Erste Reaktionen sind im Agoracom-Forum zu finden, und sie lesen sich sehr positiv. Im folgenden fasse ich die wesentlichen Punkte zusammen. Für Korrektheit, Vollständigkeit und Objektivität kann ich natürlich nicht bürgen. Die einzelnen Quellen sind am Ende dieses Artikels verlinkt.

Agoracom-Forum hält über 30 Prozent

Das Agoracom-Forum ist das Diskussionsforum zu POET Technologies. Wer wirklich über POET Technologies Bescheid wissen will, muß dort mitlesen. Wie überall im Internet sind natürlich auch hier Schwätzer, Schwarzseher und Euphoriker unterwegs. Der Leser ist gefordert, durch eigene kritische Beurteilung die Spreu vom Weizen zu trennen.

Das Gewicht des Agoracom-Forums ist nicht zu unterschätzen. Wie die diesjährige Umfrage unter den Teilnehmern zeigte, repräsentieren die von ihnen gehalten Aktien gut 30 Prozent des Aktienkapitals. Natürlich ist das kein gesicherter Wert, aber die Größenordnung dürfte hinkommen. Vermutlich liegt der wahre Wert sogar noch höher, weil nicht jeder an der Umfrage teilgenommen hat.

Auch dem POET-Management ist das bewußt. So hatte Investor-Relations-Mann Christopher Chu im Forum den in San José Anwesenden vorgeschlagen, sich vor der Hauptversammlung mit dem POET-Team zum gemeinsamen Frühstück zu treffen.

Erste Eindrücke

Klar, daß da nicht jeder vor sich hin futtert, sondern die Gelegenheit nutzt, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich gegenseitig kennenzulernen und den POET-Leuten möglichst ein paar Informationen zu entlocken. Die Neuen, also CEO Dr. Suresh Venkatesan und COO Dr. Subhash Deshmukh, hinterließen dabei offenbar einen guten Eindruck. Beide sind hochmotiviert, und es dürfte nicht lange dauern, bis sie voll unter Dampf stehen. »Flitterwochen gibt es nicht«, kommentierte Co-Chairman Ajit Manocha.

Zur Fertigstellung der in diesem Quartal erwarteten Meilensteine durfte das POET-Team erwartungsgemäß nichts sagen, denn eine derart wesentliche und potentiell kursbewegende Information muß allen Aktionären gleichzeitig zugänglich gemacht werden. Sie wird daher über den offiziellen Kanal MarketWired erfolgen. Frühstücks- beziehungsweise HV-Teilnehmer gewannen jedoch den Eindruck, daß das Thema Meilensteine so gut wie erledigt sei und die Bekanntgabe nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Auch die in den USA wieder aufgenommene Ausstrahlung der Fernsehspots „One Company is Changing The Foundation of Electronics“ und „A Paradigm Shift“ deuten darauf hin.

Auch die Frage nach Tony Blevins in POETs neu eingerichtetem Technology Roadmap Advisory Board (TRAB) und der vermuteten Verbindung zu Apple mochte das POET-Team nicht beantworten. Wie vom Donner gerührt seien die POET-Leute bei dieser Frage gewesen, kommentierte Mazan4 und meinte, er wolle sich einen Arm abschneiden, wenn Apple nicht involviert sei. Laut Co-Chairman Peter Copetti sei das TRAB aber bis jetzt noch nicht einmal zu einer ersten Sitzung zusammengekommen. Bestätigt ist rund um Tony Blevins nur, daß er tatsächlich der Tony Blevins von Apple ist. Alles andere ist Spekulation und wird es wohl auch bleiben, bis Apple geruht, den Schleier zu lüften.

Hauptversammlung kurz und gut

Positive Stimmung, Energie und Zuversicht des POET-Teams seien die ganze Zeit über mit Händen zu greifen gewesen, berichten Teilnehmer. Niemand wußte auch nur vom kleinsten negativen Eindruck zu berichten. Vielmehr sind ausnahmslos alle des Lobes voll über das Managementteam und besonders über die beiden Neuzugänge Deshmukh und Venkatesan.

Die Hauptversammlung selbst lief kurz und formal ab; die Tagesordnungspunkte wurden einer nach dem anderen abgehakt. Die Ergebnisse der abzustimmenden Punkte lagen bereits aus dem Proxy-Voting vor. Alles wurde im Sinne der Verwaltungsvorschläge gebilligt, auch der Vorratsbeschluß, der den Vorstand ermächtigt, nötigenfalls eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis von bis zu 3:1 durchzuführen.

Die Hauptversammlung 2014 hatte einen analogen Beschluß noch mit einem Verhältnis von bis zu 5:1 gefaßt. Auf die Frage, ob das reduzierte Verhältnis ein Ausdruck gestiegenen Vertrauens sei, das für die Nasdaq nötige Kursniveau aus eigener Kraft zu erreichen, war die Antwort ein klares Ja. Die Aktienzusammenlegung ist laut Peter Copetti lediglich als Notlösung für den Fall gedacht, daß die Aktie den Nasdaq-Mindestkurs nicht oder nur knapp erreicht. Für den Kapitalmarktexperten Copetti ist eine Notierung der POET-Aktie an der Nasdaq ein klares Muß, weil dieser Schritt das potentielle Investmentkapital vervielfachen würde. Die Nasdaq-Frage dürfte aber erst aktuell werden, nachdem POET Technologies weitere überzeugende Nachrichten veröffentlicht hat. Eine Mitteilung über erste Umsätze wäre solch eine Nachricht oder auch eine Parterschaft mit einem bekannten Unternehmen.

Fragen und Antworten

An die formale Hauptversammlung schloß sich eine Frage- und Antwortrunde an. Die war zweifellos spannender als der vorhersehbare Ablauf der HV.

Mitschrift kommt noch

Eines vorweg: Christopher Chu kündigte an, eine Mitschrift der Hauptversammlung sowie der Fragen und Antworten werde demnächst auf der POET-Technologies-Website zur Verfügung stehen – »hoffentlich nächste Woche«. Wer es also lieber ganz genau und umfassend hätte, kann hier mit dem Lesen aufhören.

Poetische Perspektiven motivieren zum Jobwechsel

Aus welchem Grund hätten sie eigentlich ihre sicheren Jobs in großen Unternehmen aufgegeben, wurden CEO Dr. Suresh Venkatesan und COO Dr. Subhash Deshmukh gefragt. Beide hatten auf diese Frage im Grunde die gleiche Antwort.

Deshmukh erläuterte, er habe ausführlich mit Dr. Geoff Taylor und Ajit Manocha gesprochen und sich Technik und Strategie von POET Technologies erklären lassen. In seiner bisherigen Stelle bei Applied Materials sei er so sehr in seinen regulären Projekte aufgegangen, daß er von der POET-Plattform bis vor kurzem noch gar nichts gehört hätte. Diese Technik sei faszinierend, und POET komme genau zur richtigen Zeit, weil die Industrie mit ihren bisherigen Lösungen vor die Wand laufe, vor eine Wand aus einem sich stets verschlechternden Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Kosten gingen immer weiter nach oben, während der zusätzliche Nutzen minimal sei. POET sei revolutionär und eröffne neue Wege zu frischen Innovationen.

Venkatesan beschrieb kurz, wo sich POET im aktuellen Hardware-Ökosystem positioniere. Wesentlich sei besonders die optische Datenübertragung; POET biete hier eine extrem leistungsstarke und kosteneffektive Lösung. Die Industrie sei verzweifelt auf der Suche nach höherer Geschwindigkeit, größerer Bandbreite und geringerem Energieverbrauch. Venkatesan hob die Möglichkeit hervor, Daten sowohl elektronisch wie auch optisch im selben Chip zu bewegen. Was die POET-Technik leiste, sei zur Zeit konkurrenzlos.

Sicher könne es irgendwann auch andere Lösungen geben. Aber das Fenster der günstigen Gelegenheit stehe jetzt und hier offen. Jetzt gelte es, die Zeit zu nutzen und mit der POET-Lösung auf den Markt zu kommen. Wie lange dieses Fenster offenstehe? Einige Jahre durchaus, so Venkatesan, nicht bloß zwei Monate.

Die glänzenden Perspektiven der POET-Technik sind also die Gründe, die Venkatesan und Deshmukh zum Wechsel zu einer kleinen, unbekannten Firma zu wechseln. Beide hätten ihre Motivation mit glänzenden Augen erläutert, berichtet Brightech. Diese Männer wissen, daß die Technik solide ist und funktioniert. Jetzt gilt es, die technische Entwicklung und den Markteintritt weiter voranzutreiben. Dazu sind sie hier.

Gute Noten für das POET-Team

Das jetzige POET-Management sei erstklassig und in der Lage, seine Ziele in die Tat umzusetzen, befindet Abel00. Der neue CEO Dr. Suresh Venkatesan sei äußerst beeindruckend, sprachgewandt und ernsthaft, mit dem enthusiastischen COO Dr. Subhash Deshmukh als idealer Ergänzung. Ajit Manocha sei wie immer: gelassen, cool, gesammelt und zuversichtlich.

Dr. Geoff Taylor denke bereits fünf Jahre voraus. Die Verzögerungen der Meilensteine schienen ihn nicht zu beunruhigen. Die Sputter-Anlage sei nicht korrekt kalibriert gewesen. Sie gehöre allerdings nicht zum regulären Betrieb. Im Gespräch mit Geoff Taylor gewann Abel00 den Eindruck, daß POET Technologies die Sputter-Anlage auf eine vollkommen neuartige Art und Weise einsetzt und nun die erwarteten Ergebnisse erzielt.

Resümee

Ich denke, das Geld, das ich statt für den Flug nach San José für POET-Aktien ausgegeben habe, ist sehr gut angelegt. Die Aktie notiert derzeit bei 1,56 CAD. Das ist nichts im Vergleich zu dem, was künftig zu erwarten ist. Ich persönlich rechne mit einem Kurssprung, sobald POET Technologies das Erreichen der Meilensteine und einen ersten Kunden bekanntgibt. Idealerweise erreicht der Kurs dadurch die Größenordnung von 10 CAD, was eine Aktienzusammenlegung überflüssig und die Nasdaq-Notierung möglich machen würde. 10 CAD pro Aktie sind keine aus der Luft gegriffene Zahl, sondern entsprechen der von Pellegrino & Associates Anfang 2014 durchgeführten Unternehmensbewertung. Durch die Weiterentwicklung der Technik – z.B. die Strukturverkleinerungen auf 100 und 40 nm – dürfte der Unternehmenswert inzwischen kräftig gestiegen sein.

Schnelles Geld durch einen Verkauf von POET Technologies an ein großes Unternehmen wird es nicht geben. Diese Möglichkeit stand zwar vor drei Jahren im Raum, aber aufgrund der aktuellen Aussagen des POET-Managements und des Streckens der Optionen für Deshmukh und Venkatesan über fünf Jahre hinweg läßt sich das wohl ausschließen. An wen sollte POET Technologies auch sinnvoll verkauft werden? Es gibt ja kein einziges Unternehmen, das sämtliche vertikalen Märkte abdeckt, für die die POET-Technik interessant ist. Und POET in der Hand eines Großkonzerns, der alle Wettbewerber von dieser Technik ausschließt? Dazu kommt es hoffentlich nie! Und darauf muß die POET-Führung besonders in Verhandlungen mit Apple sehr achten!

Ich rechne mit einem kontinuierlichen Unternehmenswachstum über viele Jahre hinweg. Die Technik funktioniert und ist revolutionär, das Unternehmen ist so gut wie unbekannt – zwei gute Gründe, das Kurspotential nicht zu unterschätzen! Welche Kursentwicklungen bei anderen Unternehmen möglich waren, zeigen die historischen Charts von ARM, Qualcomm und Apple. ARM ist besonders interessant, da POET ein ähnliches Geschäftsmodell wie ARM verfolgt. Wie sich POET Technologies im Vergleich zu den genannten Unternehmen schlagen wird, weiß heute natürlich noch niemand.

Kursverlauf ARM Holdings plc (Quelle: Yahoo)

Kursverlauf Qualcomm Inc. (Quelle: Yahoo)

Kursverlauf Apple Inc. (Quelle: Yahoo)

Quellen


Bitte beachten Sie die Hinweise zu Risiken und zum Haftungsausschluß!

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