Das Kostenproblem des Atomausstiegs

Anti-Atom-Aktivisten, Politiker und Medien klagen ja allenthalben über den teuren Atomausstieg und über die bösen Kernkraftwerksbetreiber, die das nötige Geld für Rückbau und Endlagerung gar nicht auf dem Konto hätten. Wie es dazu gekommen ist und wie es zu bewerten ist, bringt Johannes Nikolopoulos bei Facebook kurz, treffend und originell wie folgt auf den Punkt:

  • Erst werden die Kraftwerksbetreiber verpflichtet, ihre Rückstellungen für den Abriss in »werthaltige Anlagen« zu stecken (damit nicht eventuell der Staat auf die Idee kommt, das Geld zur Sanierung der Rentenkassen zu verwenden).
  • Im nächsten Schritt werden diese »werthaltigen Anlagen« durch Atomausstieg und Erneuerbare-Energien-Gesetz entwertet. »Atomkonzerne entmachten«, »Demokratisierung der Energieerzeugung« oder wie auch immer heißt das dann.
  • Schließlich wird Empörung darüber geheuchelt, dass das Geld weg ist.

Das erinnert an die Frau, die ihren Ex-Mann erschießt und sich danach beschwert, dass »das Schwein keine Alimente bezahlt«.

6 thoughts on “Das Kostenproblem des Atomausstiegs”

  1. Kurz und treffend: Die gesamten Kosten, eben auch die der Zwischen- und Endlagerung, sowie die Kosten möglicher GAUs hätten schon von Anfang an in den Atomstrompreis eingerechnet werden müssen und dann hätte es Atomstrom, weil zu teuer, nie gegeben (mal ganz abgesehen von den Milliarden-Subventionen der öffentlichen Hand)

    1. Das ist nicht richtig, auch wenn Atomkraftgegner das immer gern behaupten. In Deutschland gilt selbstverständlich das Verursacherprinzip, und daher sind die Stromversorger für die ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle verantwortlich. Das ist im Atomgesetz (AtG) geregelt – bitte einfach mal nachlesen! Die Versorger zahlen darum seit jeher für die Entsorgung in einen Fond, aus dem z.B. die erste Endlagersuche bezahlt wurde. Die entsprechenden Kosten sind im Strompreis enthalten – wo auch sonst.

      Entsprechendes gilt für die Haftung bei Unfällen. Auch sie ist im Atomgesetz geregelt bzw. in der Verordnung über die Deckungsvorsorge nach dem Atomgesetz (→ lesen).

      Milliardensubventionen der öffentlichen Hand für die kommerzielle Kernenergie hat es – von Forschungsförderung abgehen – in Deutschland nie gegeben. Auch diese Subventionen sind ein beliebtes Märchen, das Antiatomiker gern weitererzählen, ohne je überprüft zu haben, ob es stimmt. Bitte mal in http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/14/080/1408084.pdf auf Seite 16 die Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dr. Paul Laufs und die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Siegmar Mosdorf vom 15. Januar 2002 lesen! Weitere, ausführlichere Informationen finden sich in http://www.kernenergie.de/kernenergie-wAssets/docs/fachzeitschrift-atw/2011/atw2011_0809_weis_forschungsfoerderung_1956-2010.pdf. (Mit dreistelligen Milliardensubventionen für eine Energiewende, die riesige Landflächen fordert, die Artenvielfalt schmälert und keine Versorgungssicherheit bietet, haben dieselben Atomkraftgegner merkwürdigerweise keine Probleme.)

  2. Die Endlagersuche…
    … ist demokratisch ja nicht so leicht zu vollziehen.
    Niemand will auf dem Müll sitzen. (Auch Leute, die sonst überall bequem sitzen können, mögen nicht so gerne auf Atommüll sitzen, weil man sagt, das ist ungesund: https://youtu.be/AHKiGl02NmU )😉

    Und die Folgekosten für die Lagerung von radioaktivem Material über Jahrtausende lassen sich letztlich bei allem guten Willen doch überhaupt nicht berechnen, geschweige denn kostendeckend bezahlen. Bezahlen tun dafür im Zweifelsfall immer nachfolgende Generationen… oder Zivilisationen.

    Ich zähle mich nicht zu den harten Atomkraft-Gegnern.
    Es gibt schließlich auch dümmere Methoden der Energiegewinnung.
    Aber nirgends sonst entstehen uns Probleme, die sich über Generationen nicht lösen lassen.

    Vielleicht finden wir sogar irgendwie Lösungen zur Vermeidung der zentralen Risiken bei Kernspaltungs-Reaktoren.
    //
    Dass der Thorium-Brennzyklus im Gegensatz zu dem des Urans komplett ist, ließ Forscher an geschlossene Systeme denken: Thorium-Reaktoren, die nur einmal befüllt werden, dann über 30 oder 50 Jahre kontinuierlich Energie liefern und schließlich komplett entsorgt werden. //
    http://www.heise.de/tp/artikel/36/36136/1.html

    Aber letztlich ist jede plausible alternative Form der Energiegewinnung der Kernkraft vorzuziehen.

    1. Bedenkt man, daß Kernenergie von allen Stromerzeugungsarten die wenigsten Todesopfer fordert, die geringsten Umweltauswirkungen hat, CO2-arm arbeitet und Versorgungssicherheit (24×7) zu günstigen Kosten bietet, ist es gar nicht so einfach, plausible alternative Formen zu finden.

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