Endlager wird überflüssig durch Partitionierung und Transmutation – Kommission schweigt

Die Endlagerkommission des Deutschen Bundestages kommt in ihrem vorläufigen Abschlußbericht zu einer gravierenden Fehleinschätzung in Sachen Partitionierung und Transmutation (PuT), einem Verfahren, das ein nukleares Endlager überflüssig oder zumindest sehr viel kleiner machen kann.

Auf entsprechende Hinweise reagiert die Kommission nicht. Anlaß genug, einen offenen Brief zu schreiben. Wer mag, kann sich gern anschließen, meinen Text kopieren, gegebenenfalls ändern und ebenfalls an die Endlagerkomission senden. Die E-Mail-Adresse lautet kommission.endlagerung@bundestag.de.

Offener Brief an die Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission)

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch Partitionierung und Transmutation (PuT) kann ein Endlager für hochradioaktive Abfälle sehr viel kleiner und womöglich überflüssig werden.

Der vorläufige Abschlußbericht der Endlagerkommission jedoch ignoriert den Stand der Technik und verwirft – auf Basis falscher Annahmen – PuT als Lösung des Atommüllproblems. Das ist in http://nuklearia.de/2016/06/10/das-ende-der-endlagerkommission/ ausführlich dargestellt.

Wie dort ebenfalls nachzulesen ist, wurden Sie im Rahmen Ihrer Veranstaltung »Konsultation Endlagerbericht im Entwurf« vom Institut für Festkörper-Kernphysik (IFK) auf die Fehleinschätzungen der Endlagerkommission zu PuT hingewiesen. Das IFK verfaßte außerdem eine schriftliche Begründung und stellte sie Ihnen über das Zuschriftenformular der Endlagerkommission (https://www.bundestag.de/endlager/buergerbeteiligung/zuschriftenformular) mit der Option der Veröffentlichung zu. Allerdings erfolgte abgesehen von einer Eingangsbestätigung keine Reaktion, auch keine Veröffentlichung.

Inzwischen haben Sie vom IFK angesichts der drängenden Zeit auch einen Ersatztext für Abschnitt 5.4.2 Ihres Schlußberichts erhalten. Dieser Ersatztext berücksichtigt PuT angemessen und entspricht dem Stand von Wissenschaft und Technik. Auch darauf haben Sie bislang nicht reagiert.

Meine Fragen an Sie:

  • Was waren für die Endlagerkommission die Gründe dafür, den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik bei Partitionierung und Transmutation (PuT) nicht zu berücksichtigen?
    Was ist aus der Zuschrift des Instituts für Festkörper-Kernphysik (IFK) an die Endlagerkommission geworden?
  • Warum wurde die Zuschrift des IFK nicht wie andere Zuschriften auf der Website der Endlagerkommission (https://www.bundestag.de/endlager/buergerbeteiligung/zuschriftenuebersicht) veröffentlicht?
  • Wie wurden die Darlegungen des IFK innerhalb der Kommission berücksichtigt? Falls sie gar nicht berücksichtigt wurden, was waren die Gründe dafür?
  • Wann ist mit einer fundierten Antwort der Kommission auf die Zuschrift des IFK zu rechnen?

Mit freundlichen Grüßen
Rainer Klute

Nuklearia e.V. (Vorsitzender)
– Für moderne und sichere Kernenergie –
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