Wavetek fertigt POETs VCSEL-Transceiver in Serie

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Auf dem Weg zur Massenfertigung von VCSEL-Transceivern hat POET Technologies einen weiteren wichtigen Zwischenschritt erreicht. Wie das Unternehmen heute mitteilte, stellt die taiwanesische Wavetek Microelectronics Produktionskapazitäten für hohe Stückzahlen bereit.

English abstract: On its course to mass production of VCSEL transceivers POET Technologies reached another important milestone. As the company announced today, the Taiwanese foundry Wavetek Microelectronics will provide capacities for high-volume production.

Erst kürzlich hatte POET Technologies über eine Partnerschaft mit EpiWorks informiert, gemäß der EpiWorks POET-Wafer liefern wird. Foundry-Partner werden diese Wafer zu fertigen Chips verarbeiten, im Fall von POETs erstem Produkt also zu VCSEL-Transceivern.

Bislang war das US-Unternehmen Anadigics als Auftragsfertiger von VCSEL-Transceivern bekannt. Die Produktionskapazitäten von Anadigics sind allerdings beschränkt, weswegen sich POET Technologies nach einem leistungsstärkeren Partner umgesehen hatte. Im Beitrag »Roadshow-Frühstück in Frankfurt« hatte ich dies (und anderes) näher erläutert.

Logo Wavetek Microelectronics

Durch die Vereinbarung mit Wavetek sichert sich POET Technologies die nötigen Produktionskapazitäten. Wavetek Microelectronics gehört zum UMC-Konzern, dem laut Gartner im Jahr 2014 zweitgrößten Halbleiterhersteller der Welt. Das in Hsinchu Science Park auf Taiwan ansässige Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über eine Chipfertigungsstraße, die Sechs-Zoll-Galliumarsenid-Wafer verarbeitet, übrigens eine umgerüstete ehemalige CMOS-(Silizium-)Anlage. Die Sechs-Zoll-Fertigung ist wichtig für die kostengünstige Produktion von POET-Chips.

Als VCSEL-Hersteller ist Wavetek bislang nicht in Erscheinung getreten. Gut möglich, daß das Unternehmen mit Hilfe des Know-hows von POET Technologies hier Neuland betritt. Ob dafür auch Lizenzzahlungen („NRE Revenue“) von Wavetek an POET Technologies fließen werden?

Wavetek hatte die POET-Technik erst kürzlich im Rahmen einer Vertraulichkeitsvereinbarung eingeführt, und die ersten Ergebnisse sind laut POET-Medienmitteilung vielversprechend. Die nun zwischen POET und Wavetek geschlossene Produktionsvereinbarung deckt sämtliche für die Produktion nötigen Anforderungen ab, und zwar ausdrücklich einschließlich der für VCSEL-Transceiver nötigen VCSEL. Eine weitere, bereits früher bekanntgegebene Vereinbarung – gemeint ist offensichtlich die mit Anadigics – sei hingegen auf die Herstellung von Prototypen beschränkt.

Man darf spekulieren, ob es diese Prototypen zum jetzigen Zeitpunkt bereits vorliegen oder nicht. Der Wortlaut der POET-Mitteilung läßt das offen, und es ist auch nicht wirklich relevant. Denn immerhin sind die beteiligten Unternehmen POET Technologies, EpiWorks und Wavetek davon überzeugt, daß der VCSEL-Transceiver funktioniert oder funktionieren wird, einer Massenproduktion nichts im Weg steht und das Geschäftsmodell trägt. Denn kein Hersteller würde sich auf eine Massenfertigung einlassen, wenn die Sache nicht Hand und Fuß hätte. Wavetek rechnet also fest damit, erstens seine Produktionskapazitäten auslasten zu können und zweitens die produzierten Chips von POET bezahlt zu bekommen, was Vertrauen in die Vermarktbarkeit der VCSEL-Transceiver demonstriert.

»Wir freuen uns sehr, mit einem innovativen Technologieführer wie POET Technologies zusammenzuarbeiten«, meint Wavetek-Chef C. G. Shih und lobt die Möglichkeiten, die sein Unternehmen dem Kunden POET Technologies bietet.

»Wavetek ist ein international anerkannter, reinrassiger Foundry-Dienstleister«, erläutert POETs Chief Operations Officer (COO) Dr. Subhash Deshmukh. »Waveteks Ressourcen stellen uns die Foundry-Leistung zur Verfügung, die wir in puncto Stückzahlen und Kosten brauchen, um mit unseren monolithisch integrierten, opto-elektronischen Transceivern erfolgreich zu sein.«

Mir gefällt, wie POET Technologies die von Suresh Venkatesan gemachten Ankündigungen Schritt für Schritt in die Tat umsetzt. Ein Puzzleteil nach dem anderen gelangt an seinen Platz und läßt das große Bild erahnen. Aussagen zu Vertriebspartnerschaften dürften nun auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Wavetek habe ich als weiteres Kästchen in das »POET-Universum« eingezeichnet und bin gespannt, wann ich das nächste Unternehmen zur Grafik hinzufügen kann.

Mal schauen, ob es bis zur Audiokonferenz noch weitere Neuigkeiten geben wird. Diese Konferenz ist für den 2016-02-16, 17 Uhr EST (23 Uhr MEZ) angesetzt.

Der Aktienkurs

Der Aktienkurs zog nach diesen Nachrichten von 0,87 CAD um moderate 8,05 Prozent auf 0,94 CAD an.


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2 thoughts on “Wavetek fertigt POETs VCSEL-Transceiver in Serie”

  1. „erstens seine seine Produktionskapazitäten auslasten zu können“
    Ein „seine“ zu viel.
    Ansonsten ein sehr erfreulicher Artikel, der Hoffnung auf einen steigenden Kurs macht.🙂

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