Zahlenwerk mit Schönheitsfehler

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Am Donnerstag nach Börsenschluß veröffentlichte POET Technologies den Jahresabschluß 2014. Während die Zahlen im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprachen, schickte die Mitteilung über eine technische Verzögerung die Aktie am Freitag auf Talfahrt.

English abstract: On Thursday after close of the market POET Technologies released its annual financial statement for 2014. While the numbers by and large met the expectations, a statement regarding a technical delay sent the share price southwards on Friday.

Solide Finanzsituation trotz Verlusten

Der Jahresverlust erhöhte sich von 7,8 Mio. US-Dollar (USD) in 2013 auf 11,8 Mio. USD in 2014. Als Ursachen für den Anstieg nennt das Unternehmen vor allem

Interessant auch, was nicht im Jahresabschluß steht. Es sind keine Ausgaben für die Zusammenarbeit mit Synopsys und keine für die Zusammenarbeit mit BAE Systems erwähnt. Entweder werden Zahlungen für deren Leistungen erst später fällig oder die Partner werden anders vergütet, beispielsweise durch einen frühen Zugriff auf die POET-Technik und einen entsprechenden Wettbewerbsvorsprung. Die aktuelle Phase der Zusammenarbeit mit BAE Systems, die von März bis August 2015 reicht, wird POET Technologies definitiv Geld kosten: 905.000 USD sind veranschlagt. Dafür bleiben alle Arbeitsergebnisse und Immaterialgüter aus diesem Vertrag bei POET Technologies. Die neue Vereinbarung mit BAE Systems hatte POET Technologies am 2015-03-30 bekanntgegeben, zu diesem Zeitpunkt aber noch keine Kosten genannt.

Einnahmen hatte POET Technologies in 2014 praktisch keine zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr flossen zwar noch rund 170.000 USD aus SBIR-Projekten in die Kasse, doch sind diese Projekte inzwischen abgeschlossen. POET Technologies hatte sich 2014 gegen die Weiterführung der von der US-Regierung geförderten SBIR-Projekte entschieden, um sich besser auf die eigenen Entwicklungen konzentrieren zu können. Diese dürften im laufenden Jahr erste Früchte bringen.

Der Kassenbestand stieg von 3,3 Mio. USD Ende 2013 auf 11,1 Mio. USD am 31. Dezember 2014. Das Geld kam durch die Ausübung von Warrants und Mitarbeiteroptionen herein sowie durch eine Kapitalerhöhung im Februar 2014. Dieser Mittelzufluß setzte sich in 2015 fort und brachte bislang über 6 Mio. USD aus Warrants und Optionen herein, zuletzt eine gute halbe Million kanadische Dollar (CAD) von Großaktionär Sheldon Investash, der am 2015-04-08 1,5 Mio. Warrants zu 0,35 CAD ausübte.

POET Technologies ist schuldenfrei, von Verpflichtungen über 450.000 USD einmal abgesehen. Die Liquidität reicht nach Angaben des Unternehmens bis über 2015 hinaus.

Der Verlust pro Aktie in 2014 belief sich auf 0,08 USD.

Am 7. April betrug die Anzahl der POET-Aktien 176.369.884, daneben gab es 21.432.163 Warrants und 24.096.500 Optionen. Falls alle Warrants und Optionen ausgeübt werden, beträgt der Aktienbestand voll verwässert 221.898.547.

Nachzulesen ist das Zahlenwerk in den Consolidated Financial Statements (28 Seiten) und in der Management’s Discussion and Analysis (MD&A, 20 Seiten).

Wer wissen will, was POET Technologies überhaupt so tut und womit das Unternehmen Geld verdienen will, findet eine Übersicht im MD&A auf den Seiten 1 – 5. Ein Überblick über die wesentlichen Ereignisse in 2014 ist auf den Seiten 5 und 6 zu finden. Es ist ganz gut, sich vor Augen zu führen, was im vergangenen Jahr erreicht wurde und wie POET Technologies vorangekommen ist.

Wirbel um Fehlfunktion

Auch wenn nicht wenige Anleger erste Einkünfte bereits in 2014 erhofft hatten, liegen die Zahlen doch insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Für Wirbel und einen zeitweise deutlichen Kursrückgang sorgte am Freitag allerdings der folgende Absatz in der MD&A auf Seite 2:

Beyond purely technical issues, the UCONN team had to deal with significant issues related to a new piece of equipment installed in late 2014 that was malfunctioning. This delayed the team’s progress in the last 3 months. The issue was resolved in the last week of March 2015 with the root cause identified as an inappropriate installation by a third party. Appropriate repairs to this equipment have been made. The team is confident to complete the three milestones over the course of the next quarter.

Das Team im POET-Labor an der UConn hatte also mit einer Ende 2014 installierten Anlage zu kämpfen, die nicht richtig funktionierte. Erst in der letzten Märzwoche konnte das Problem gelöst werden, wobei sich als Ursache die unsachgemäße Installation durch eine andere Firma herausstellte.

Sputter-Anlage falsch installiert

Ich vermute, daß es sich bei dieser Anlage um das Sputter-Tool handelt, von dem die POET-Mitteilung vom 2015-01-08 spricht. POET erhofft sich von dieser Anlage einen drastisch reduzierten Zeitaufwand und verbesserte Qualität bei der Herstellung von Prototypen. Die Sputter-Anlage sei nicht nur wichtig für aktuelle Entwicklungen, sondern – und das ist hier der Punkt – auch für den Übergang in die Produktionsumgebung.

Diese Verzögerung ist natürlich sehr ärgerlich. Die gute Nachricht ist jedoch, daß das Problem jetzt gelöst ist und die Anlage eingesetzt werden kann.  Das Team erwartet das Erreichen der Meilensteine nun im laufenden Quartal, also bis Ende Juni. Ich persönlich wäre nicht überrascht, wenn Ringoszillator und VCSEL deutlich früher fertig würden.

Andere sehen das pessimistischer. In den POET-Diskussionsforen wird teilweise sogar der Vorwurf der Lüge laut. Das Unternehmen habe bereits zum Zeitpunkt der Präsentation beim City Investors Circle in London Anfang Februar von dem Problem gewußt, aber nichts gesagt und so die Anleger getäuscht. Es gibt Vermutungen hier und Verschwörungstheorien dort. Leider gibt es keine Klarstellung des Unternehmens, auch nicht auf Nachfrage hin.

Überreaktion

In der Folge warfen am Freitag eine ganze Reihe Anleger entnervt ihre Aktien auf den Markt. In Toronto rauschte der Kurs von 1,99 CAD (Donnerstagsschlußkurs) unter hohen Umsätzen bis zu 1,73 CAD in die Tiefe. Danach ging es aber wieder zügig aufwärts, und die Aktie schloß am Freitag immerhin bei 1,84 CAD.

In meinen Augen ist der Freitagshandel eine typische emotionale Überreaktion, wie die Börse eben so ist. Ja, die Unternehmenskommunikation ist unklar und läßt Fragen offen. War wirklich die Sputter-Anlage betroffen oder handelte es sich um ein anderes System? Was genau ist unter nicht sachgerechter Installation zu verstehen? Was genau hatte sie zur Folge? Führte sie im POET-Labor zu drei Monaten völligem Stillstand, nur zu kleineren Verzögerungen oder zu irgendetwas dazwischen? Konnten einzelne Prozeßschritte ersatzweise auf Anlagen von BAE Systems ausgeführt werden? Fragen über Fragen! Fragen, auf die wir gerne Antworten hätten!

Nüchtern betrachtet muß man aber festhalten, daß solche technischen Probleme vorkommen können. Sie sind nicht wünschenswert, aber durchaus normal. Sie sind Teil des Risikos, das der Investor eingeht. Ja, sie verzögern die Fertigstellung der Meilensteine, aber – und das ist das Wichtigste – sie stellen die POET-Technik an sich nicht in Frage.

In Fällen wie diesen ist anfangs oft gar nicht klar, wie lange die Fehlersuche dauern wird. Man denkt, es sei eine Kleinigkeit, die schnell behoben ist. Denn die Anlage ist ja keine Neuentwicklung, kein wackliger Prototyp, sondern eine Exemplar aus der Serienproduktion. Man weiß, daß das Gerät funktioniert – eigentlich. Anfang Februar, zum Zeitpunkt der CIC-Präsentation, konnte das POET-Team durchaus noch berechtigter Hoffnung sein, das Problem schnell zu finden und zu lösen. Es konnte nicht unbedingt ahnen, daß sich die Fehlersuche noch über Wochen hinziehen würde. Nun, die Hauptsache ist, daß das Problem jetzt aus dem Weg ist!

Nebulöse Unternehmenskommunikation

Aber warum kommuniziert POET Technologies nicht früher, nicht offener und nicht mit mehr Details? Ich denke, hier ist die spezielle Situation des Unternehmens zu berücksichtigen. Das POET-Verfahren ist ein einzigartiges Produkt, eine Lösung für das Problem der gesamten Halbleiterbranche schlechthin. POET Technologies schickt sich  nach eigenem Bekunden an, die Grundlagen der Elektronik zu verändern. Das wird den Markt gehörig aufmischen, und es wird vielen nicht passen. Es bedroht unmittelbar das Geschäftsmodell von Riesen wie Intel oder TSMC, könnte es doch deren Milliardeninvestitionen in die Herstellung von Chips mit kleinsten Strukturen unrentabel machen, weil ihre Kunden bei deutlich niedrigeren Kosten dieselbe oder bessere Leistungen mit Hilfe des POET-Verfahrens erzielen. Andere Unternehmen, wie die Hersteller optischer Interfaces, werden enorm profitieren, weil das POET-Verfahren ihre Produktionskosten um bis zu zwei Drittel senken kann. Dies wiederum zwingt ihre Wettbewerber dazu, entweder ebenfalls auf POET zu setzen oder unterzugehen. Wieder andere werden völlig neue Halbleiteranwendungen schaffen, die ohne die POET-Technik gar nicht möglich wären, beispielsweise neue Mikroprozessorarchitekturen.

In dieser Gemengelage schwimmt ein winziges Unternehmen wie POET Technologies wie der sprichwörtliche Goldfisch im Karpfenteich oder wie der Kabeljau unter Haien. Es ist umgeben von starken und hungrigen Gegnern, vor denen man sich besser so lange wie möglich verborgen hält und erst zum Vorschein kommt, nachdem man sich nach allen Seiten hin abgesichert hat. Unter diesem Aspekt dürfte POET Technologies eigentlich überhaupt nichts nach außen dringen lassen. Andererseits ist POET als börsennotiertes Unternehmen zur Publizität verpflichtet und muß öffentlich über wesentliche Dinge berichten. Außerdem will das Unternehmen die Marke POET aufbauen, wie die beiden Werbevideos »One Company is Changing The Foundation of Electronics« und »A Paradigm Shift« dokumentieren.

Es ist nicht einfach, sich angesichts dieser unterschiedlichen Interessen, Möglichkeiten und Verpflichtungen richtig zu verhalten. Investoren wollen Klarheit. Klarheit für Investoren gibt aber auch Gegenspielern Klarheit. Und wenn POET Technologies eine bestimmte Information in die Öffentlichkeit bringen möchte, heißt das noch lange nicht, daß betroffene Partnerunternehmen damit einverstanden sind. So wurde der Partner beim Lab-to-Fab-Übergang über Monate hinweg nur als „3rd party foundry“ kommuniziert, statt den Namen BAE Systems zu nennen. Synopsis als Partner bei der PDK-Entwicklung hatte offenbar nichts gegen eine Namensnennung einzuwenden, verschwieg die Zusammenarbeit aber im eigenen News-Bereich.

In anderen Fällen wird eine Information nicht direkt genannt, man kann aber mit endlicher Mühe darauf kommen. Ein Beispiel dafür ist die Nennung von Tony Blevins als Mitglied des Technology Roadmap Advisory Boards in der POET-Mitteilung vom 2015-03-30. Wer sich ohnehin für POET Technologies interessiert, kann leicht herausfinden, wer Tony Blevins ist, daß mit ihm nun Apple an Bord  ist und folglich eine Zusammenarbeit in irgendeiner Form läuft. POET-Investoren wissen das, aber am Markt als solchem und an den Apple-Fanboys und -girls ging das vorbei.

Peter Copetti bei BNN – oder nicht

In diesem Zusammenhang ist wohl auch der Auftritt beziehungsweise Nichtauftritt von POET-Chef Peter Copetti beim kanadischen Wirtschaftssender BNN (Business News Network) zu sehen. War am 1. April zunächst im Agoracom-Forum bekanntgeworden und später durch POET Technologies bestätigt, Copetti sei am 13. April bei BNN zu Gast und würde etwas zur Ertragssituation des Unternehmens und zur Berufung von Tony Blevins ins Technology Roadmap Advisory Board sagen, so folgte am 7. April die Kehrtwende. BNN-Anchorman Michael Hainsworth teilte per Twitter mit, die Sache sei abgeblasen, weil sich POET Technologies in der Quiet Period vor einer Ankündigung befinde. Außerdem fügte er das Hashtag #exciting (spannend, aufregend, hochinteressant) an seinen Tweet an:

Was es mit der Quiet Period, also der Stillhaltezeit, auf sich hat, kann man zum Beispiel bei TMX Equicom nachlesen. Im wesentlichen geht es darum, daß sich Unternehmensvertreter mit öffentlichen Auftritten vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen und anderen wesentlichen Nachrichten zurückhalten, um nicht versehentlich kursrelevante Informationen auszuplaudern. Die Quiet Period beginnt mit dem ersten Tag eines neuen Quartals und reicht bis zur Veröffentlichung des Berichts zum vorangegangenen Quartal. Öffentliche Auftritte innerhalb der Quiet Period sind nicht grundsätzlich verboten. Sie sollen aber nur extremst vorsichtig wahrgenommen werden, um nicht einmal den Anschein zu erwecken, hier würde Kursrelevantes weitergegeben.

Vor diesem Hintergrund sehe ich für die Zu- und Absage bei BNN folgende Erklärungsmöglichkeiten:

  • POET Technologies wollte am 13. April bei BNN über den zuvor veröffentlichten Jahresbericht 2014 reden, hat dabei aber zunächst übersehen, daß am 1. April bereits ein neues Quartal somit eine neue Stillhalteperiode begann, die bis zur Veröffentlichung des Quartalsberichts Q1/2015 reicht. Dann fiel es auf, und es erfolgte die Absage.
  • POET Technologies hat die Einladung von BNN trotz der Quiet Period vor der Veröffentlichung des Quartalsberichts Q1/2015 bewußt angenommen in dem Wissen, daß sich in diesem Bericht nichts Welt- und Kursbewegendes finden würde. Zwischen dem 1. und 7. April ist aber irgendetwas geschehen, daß es geraten sein läßt, das Interview vorsichtshalber abzusagen, weil die Information höchst brisant und die Gefahr des Verplapperns viel zu groß ist. Auch die Weigerung, eine bestimmte Interview-Frage zu beantworten, ließe ja bereits Rückschlüsse zu. Drei Erklärungsmöglichkeiten:
    • Apple wollte die Personalie Tony Blevins bei BNN noch nicht thematisiert wissen. Das halte ich eher für unwahrscheinlich, denn es wäre nicht schwer gewesen, dieses spezielle Thema aus dem Interview auszuklammern. Im übrigen ist die Information ohnehin öffentlich bekannt, auch wenn sich die meisten sich dessen nicht bewußt sind.
    • Einer der Meilensteine ist fertig geworden, womöglich gar mit einem ertragsrelevanten Vertrag als Folge. Der VCSEL war am 30. März noch in Arbeit, zum Ringoszillator äußerte sich POET Technologies nicht. Möglich, daß der Ringoszillator trotz der Probleme mit dem Sputter bereits fertig ist. Ja, das wäre #exciting! Es würde in der Tat die Grundlagen der Elektronik verändern. Fachbücher und Wikipedia-Artikel über CMOS-Technik und Galliumarsenid müßten umgeschrieben werden.
    • Es ist ein Übernahmegebot eingetroffen.

Ich will mich hier aber nicht in Spekulationen ergehen, sondern überlasse das lieber dem Leser. Vielleicht gibt es ja auch noch weitere Erklärungsmöglichkeiten sowie die eine oder andere Verschwörungstheorie.

Weitere Neuigkeiten

Hauptversammlung 2015

Die diesjährige Hauptversammlung (AGM) wird am 12. Juni stattfinden und zwar erstmals in San José im Silicon Valley, im, wie es Ajit Manocha ausdrückt, »Epizentrum der Halbleiterindustrie und im Fokus der künftigen Entwicklungspläne des Unternehmens.« Eine Führung durch das POET-Labor in Storrs wie im letzten Jahr wird es dann natürlich nicht geben können.

Deutsche Anleger, die ihre Stimme abgeben wollen, sollten sich schleunigst mit ihrer depotführenden Bank in Verbindung setzen und die Unterlagen für das Proxy-Voting anfordern. Im vergangenen Jahr hatten die Banken in Deutschland wohl weithin keine Unterlagen verschickt, wie Anleger berichteten. Die Ursache liegt nicht unbedingt bei der jeweiligen Bank und keinesfalls bei POET Technologies, sondern irgendwo im Dschungel der Finanzdienstleister dazwischen. Jedenfalls sollte man sehr schnell seine Bank kontaktieren, um zu klären, was zu klären ist. Nach dem 27. April  wird es die Tagesordnung der Hauptversammlung geben mit den Punkten, über die abzustimmen sein wird.

Neue Direktoren

Der Verwaltungsrat des Unternehmens (Board of Directors) berief zwei neue Mitglieder, um freigewordene Plätze zu füllen, unter anderem den von Dr. Adam Chowaniec, der Anfang des Jahres zurückgetreten und kurz darauf verstorben war. Neu sind Todd A. DeBonis (Triquint Semiconductor), laut POET-Mitteilung ein Halbleiterveteran mit über 27 Jahren Erfahrung in Vertrieb, Marketing und Unternehmensentwicklung, sowie David E. Lazovsky, der über einen technischen Hintergrund verfügt.

Die Nachfolge von Peter Copetti als CEO ist nach wie vor offen. Es gebe eine kurze Liste extrem fähiger und beeindruckender Kandidaten, mit einer Entscheidung sei nicht von Mai zu rechnen, ließ das Unternehmen wissen.


Bitte beachten Sie die Hinweise zu Risiken und zum Haftungsausschluß!

4 thoughts on “Zahlenwerk mit Schönheitsfehler”

  1. Die meisten Texte, die ich täglich freiwillig lese oder lesen muss, sind von Absichten durchwirkt. Du schaffst es bei aller Verbundenheit mit POET, in deinen Texten verständlich, klar, sachlich, einfach ehrlich zu schreiben. „Danke“ kann nicht ausdrücken, wie mich deine Texte gerade wegen ihrer Lauterkeit bereichern.

  2. Hallo Rainer,
    vielen Dank für deine Mühen und deinem Zeitaufwand. Durch deine Kommentare und Recherche merke ich, dass ich hier „richtig“ investiert bin.
    Eine Frage stelle ich mir immer wieder. Kann POET überhaupt verkauft werden? Im P1-Report von 2011 meine ich gelesen zu haben, dass das Militär sich über Forschungsgelder das Erstzugriffsrecht auf diese Technik gesichert hat und POET (damals noch Opel) die zivile Nutzung durchführen DARF. Kann also POET ohne Zustimmung des Militärs überhaupt verkauft werden?

    Jens

    1. Du meinst einen Verkauf des Unternehmens als solches? Klar, das geht ohne die Zustimmung von wem auch immer. Die Aktien werden ja frei gehandelt.

      »Das Militär« hat auch keinen Zugriff auf die Technik. Du meinst vermutlich den Rüstungshersteller BAE Systems, der mit POET Technologies diverse Entwicklungen durchgeführt hat. Falls einer der Entwicklungspartner die Ergebnisse kommerziell nutzt, sind Lizenzzahlungen an den jeweils anderen fällig.

      Nachzulesen ist das alles im Formular 20-F der US-Börsenaufsicht SEC. Sollte man lesen, auch wenn’s schwerfällt! Link zu sämtlichen Unterlagen

      Hier etwas zu BAE Systems: „A key part of our strategy is to form collaborations with semiconductor, defense and electronics companies that will assist us in developing, testing, and commercializing the POET platform. We currently have a collaborative agreement for process development with BAE Systems, Nashua, New Hampshire (“BAE”), which provides for a potential joint development program of the Company’s POET technology and undivided 50% joint interest in process development intellectual property, only in circumstances where such intellectual property is jointly developed at BAE Systems facilities thereunder (subject to the Company’s and its subsidiaries’ obligations to UCONN), with royalties running from each to the other in connection with revenues generated from the intellectual property. To date, we have engaged with BAE in such a manner that BAE does not participate in the development of our core POET process technology, and we intend to maintain that separation of activities in the future. We have recently entered into a supplement to our agreement with BAE which provides for incremental development work to be performed by BAE in connection with the commercial development of the POET technology.“

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