POET Technologies stellt TDK-Dokumentation fertig

Gestern hatte ich noch laut darüber nachgedacht, welche wichtige Neuigkeit Dr. Geoffrey Taylor am 28. April in seinem Vortrag im Empire Club of Canada wohl mitteilen könnte. Nun ist klar: die Fertigstellung der TDK-Dokumentation kann es nicht sein. Denn die gab POET Technologies heute bekannt.

Wer nicht weiß, worum es hier eigentlich geht, kann das in meinen bisherigen Blogbeiträgen zu POET Technologies nachlesen.

»Wir sind unglaublich begeistert«, jubelt POET-Technologies-Chef Peter Copetti in der heutigen Pressemitteilung seines Unternehmens. Was Copetti derart ins Schwärmen geraten läßt, ist die POET Technology Design Kit Documentation (POET/TDK). Die ist jetzt fertig und steht Partnern und Kunden zur Verfügung – und zwar »gegenwärtigen und potentiellen« Partnern und Kunden, wie Copetti betont (Hervorhebung durch mich).

So baut man POET-Chips

Wenn ich den Text der Pressemitteilung richtig interpretiere, besteht die TDK-Dokumentation aus einer Liste der elektronischen und optischen Bauelemente (devices), die sich gegenwärtig mit dem POET-Verfahren bauen und in einen Chip integrieren lassen. Die TDK-Dokumentation enthält sämtliche Informationen, die ein Partner oder Kunde benötigt, um das POET-Verfahren einzusetzen und auf seinen Produktionsanlagen POET-Chips zu fertigen. Ob ich mit dieser Interpretation recht habe, kann ich leider nicht überprüfen, denn die TDK-Dokumentation wird es nicht auf der POET-Technologies-Homepage zum Herunterladen geben. Interessenten müssen eine Vertraulichkeitserklärung unterschreiben, bevor sie irgendetwas zu sehen bekommen. Und wenn sie dann POET-Chips produzieren, werden Lizenzzahlungen fällig. Das ist ja letztlich Sinn der Sache.

TCAD, PET, 100 nm und Quantencomputer

Neben dem Hauptthema TDK-Dokumentation erwähnt die Pressemitteilung einige weitere interessante Dinge, die ich hier nur kurz anreiße:

  • Modellierung der POET-Komponenten für den Einsatz in industrieüblicher TCAD-Software. Diese Modelle sollen die Produktion von POET-Chips weiter vereinfachen und ab Ende des dritten Quartals dieses Jahres verfügbar sein.
  • Besonderes Augenmerk liegt auf der Modellierung der PET-Komponenten. PET ist POET ohne O, also die vereinfachte, rein elektronische Version ohne optische Bauteile. Sie soll Anwendern (= Herstellern) den Einstieg erleichtern.
  • Die Arbeit an der Verkleinerung der Strukturgröße auf 100 Nanometer (nm) oder kleiner geht gut voran (Meilenstein 8). Zur Erinnerung: Auch bei den relativ »großen« 100 nm ist POET schneller und stromsparender als heutige Siliziumhalbleiter.
  • Voran geht auch die Forschung an POET-Komponenten, die Quantum Computing im Chip ermöglichen.

Was macht die Aktie?

Dem einen oder anderen Börsianer scheint allmählich zu dämmern, was für eine Perle sich mit POET Technologies auf dem Kurszettel befindet. Die heutige Pressemitteilung machte jedenfalls so manchem klar, daß die Kommerzialisierung der POET-Technik kurz bevorsteht. Die Frage ist längst nicht mehr, ob diese Technik existiert und ob sie funktioniert, sondern welcher Hersteller als erster auf POET-Chips setzt. Und während die Weltbörsen sich heute im Abwärtsstrudel drehen, gewinnt die POET-Technologies-Aktie 11,49 Prozent und springt auf 1,65 CAD.

Ob man denn jetzt noch einsteigen oder nachkaufen solle, wurde ich gefragt. Ob man nicht lieber abwarten solle, bis der Kurs wieder zurückgeht. Tja, Prognosen sind schwierig, besonders solche, die in die Zukunft gerichtet sind! Auszuschließen ist es nicht, daß morgen oder in den nächsten Tagen Gewinnmitnahmen einsetzen und der Kurs wieder zurückgeht. Wer sich darauf verläßt, kann aber ebenso gut auch steigenden Kursen hinterherschauen. Und ist es wirklich ein so großer Unterschied, ob man bei 1,50 CAD, 1,70 CAD oder 2,00 CAD gekauft hat, wenn die Aktie bei 10, 20 oder 30 CAD notiert?

Das hängt natürlich auch davon ab, was man erwartet und sich als Kursziel gesetzt hat. Falls es zu einem Buyout kommen sollte, würde mich ein Kaufpreis von 10 Milliarden CAD oder mehr keineswegs überraschen. Und nun vergleiche man diese Zahl mit der aktuellen Marktkapitalisierung von 245 Millionen CAD, man rechne, und man entscheide!


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