Weniger Risiken bei POET Technologies

Anfang Februar hatte ich POET Technologies vorgestellt, ein kleines kanadisches Unternehmen, das sich anschickt, mit superschnellen, stromsparenden, optoelektronischen Chips die Halbleiterwelt umzukrempeln. In den letzten fünf Wochen hat sich viel ereignet, und damit meine ich nicht nur Anstieg des Aktienkurses von über 70 Prozent. Zeit für ein Update!

Nach meinem ersten Artikel zu POET Technologies wiesen mich Leser darauf hin, daß es sich hier ja wohl um eine sehr spekulative Anlage handele. Zwar sei die Technik faszinierend, die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig und das Kurspotential gigantisch, es gebe jedoch auch eine ganze Reihe von Risiken:

  • Wie steht’s es mit einer unabhängigen Bestätigung dafür, daß die POET-Chips bzw. das Herstellungsverfahren tatsächlich funktionieren?
  • Wo bleibt ein Kooperationspartner, der die Chips industriell in großen Stückzahlen produzieren kann?
  • Wie lange kann POET Technologies eigentlich ohne nennenswerte Einkünfte noch durchhalten?
  • Wieso sollte ausgerechnet POET Technologies das Rennen bei integrierter Optoelektronik machen, wo es doch auch andere Forschungen auf diesem Gebiet gebe?

Ja, richtig, POET Technologies ist spekulativ, und die genannten Punkte sind in der Tat valide Risiken. Das ganze schöne Kurspotenzial nützt ja überhaupt nichts, wenn die Technik nicht funktioniert, wenn sich kein Industriepartner findet, bevor das Geld ausgeht, oder wenn Wettbewerber mit eigenen Produkten schneller am Markt sind.

Die Entwicklungen der letzten Wochen haben einige dieser Risiken jedoch deutlich reduziert. Dazu und zu weiteren Themen möchte ich in diesem POET-Update etwas sagen. Da dieser Artikel etwas lang wird, ist die folgende Übersicht bestimmt nützlich:

Übersicht (TL;DR)

  • Validierung durch BAE Systems bestätigt: Die Technik funktioniert.
  • Industriepartner sind noch nicht benannt, laut POET Technologies gibt es jedoch welche.
  • Kapitalerhöhung gibt POET Technologies genug Zeit, alle Schäfchen ins Trockene zu bringen.
  • Konkurrenzprodukte sind weit und breit keine zu erkennen.
  • POET Technologies hat nach Neuverhandlungen eine günstige Vereinbarung über Lizenzzahlungen an die University of Connecticut abgeschlossen.
  • POET Technologies nimmt am exklusiven Global Semiconductor Forum (GSF) vom 12. – 14. März in Singapur teil.
  • Eine Neuauflage des Pellegrino-Reports von 2011 mit einer Schätzung des Unternehmenswerts steht ins Haus. Pellegrino 1.0 war auf eine Milliarde kanadische Dollar (CAD) gekommen; Pellegrino 2.0 dürfte deutlich höher liegen.

BAE Systems validiert die POET-Technologie

Schauen wir zunächst, ob die POET-Technik wirklich funktioniert. Ein Unternehmen kann ja viel erzählen, aber das muß sich dann auch an der Realität messen lassen. Daher hat POET Technologies den »Meilenstein 7« seines Entwicklungsplans nicht nur im eigenen Labor durchgeführt, sondern sowohl den Produktionsprozeß wie auch die damit angefertigten Chips von einem Dritten nachvollziehen und prüfen lassen, nämlich von BAE Systems. Der Rüstungs-, Flugzeug- und Elektronikhersteller ist bereits seit 2008 Kooperationspartner. BAE Systems verfügt über eine eigene industrielle Chipfertigung (»Foundry«) und bringt somit die Voraussetzungen zur Testdurchführung mit.

In einer Mitteilung vom 24. Februar 2014 informierte POET Technologies über die erfolgreiche Validierung. BAE Systems habe nach dem POET-Verfahren integrierte Schaltkreise mit elektronischen und optischen Bauelementen im selben Chip produziert. Konkret handele es sich um n-Kanal-Transistoren (elektronisch) und Infrarotdetektoren (optisch).

In der Vergangenheit produzierte BAE Systems bereits mehrfach POET-Schlüsselkomponenten und validierte die jeweiligen technischen Ansätze. »Jetzt haben wir erstmals einen Infrarot-Detektor und damit einen wichtigen Meilenstein für die POET-Technik«, kommentiert Dr. Pane Chao, Technischer Direktor im BAE-Mikroelektronikzentrum in Nashua, New Hampshire (USA). »Die Zusammenarbeit zwischen BAE Systems und POET Technologies kommt beiden Seiten zugute. Wir bieten die Dienstleistungen eines Chipherstellers, im Gegenzug sind wir ganz dicht dran an diesen sich rasant entwickelnden Möglichkeiten.«

Mit dieser Bestätigung durch BAE Systems im Gepäck kann POET-Chef Peter Copetti nächste Woche nach Singapur fliegen, wo er vom 12. – 14. März am Global Semiconductor Forum teilnimmt. Dazu später mehr.

Außer mit BAE Systems arbeitet POET Technologies in militärischen Projekten mit der US-Regierung zusammen. Für die NASA ist strahlungsfeste Elektronik beziehungsweise Optoelektronik von besonderem Interesse. In der Vergangenheit flossen häufig Fördermittel aus dem SBIR-Programm (Small Business Innovation Research) der US-Regierung an POET Technologies, genauer: an deren Tochter ODIS. Die SBIR-Mittel machten überhaupt erst die ursprünglichen Arbeiten an der POET-Plattform möglich. Inzwischen will sich das Unternehmen aber davon lösen.

Fazit: Allzu große Zweifel an der Technik braucht man wohl nicht mehr zu haben.

Kooperationspartner gesucht – und vermutlich gefunden!

Für den geschäftlichen Erfolg von POET Technologies ist aber nicht nur eine funktionierende Technik entscheidend, sondern auch Industriepartner, die diese Technik in großen Stückzahlen herstellen.

Das sind nicht nur Hersteller von Infrarotdetektoren. Das sind auch nicht nur Hersteller von Computerprozessoren, die, wie im ersten Artikel erläutert, besonderen Druck haben, Innovationen auf den Markt zu bringen. POET hat über ein Dutzend verschiedener vertikaler Märkte identifiziert, siehe Seite 24 der Unternehmenspräsentation. Da wäre es nicht gut, nur einen einzigen Kooperationspartner zu haben, der gar nicht alle Märkte abdecken könnte. Mir gefällt, daß POET Technologies offenbar vor allem daran denkt, die Technik an verschiedene Partner in verschiedenen Märkten zu lizensieren.

Bis jetzt ist noch kein einziger Partner bekannt. Es läuft aber einiges hinter den Kulissen, und ich vermute, wir werden bald Namen hören. BAE Systems könnte einer der Partner sein, aber es sind wohl auch noch andere im Spiel. Selbst wenn POET zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Namen nennt oder nennen darf, so läßt das Unternehmen doch immer wieder Informationshäppchen durchsickern, zuletzt in der Mitteilung vom 4. März 2014. Dort gibt POET Technologies nicht nur das Erreichen von Meilenstein 5 bekannt (»POET Switching Laser«), sondern berichtet auch über Fortschritte bei der Reduzierung der Strukturgröße auf 100 Nanometer sowie bei der Entwicklung der sogenannten Technical Development Kits (TDK). Die TDK sind technische Dokumente, Bibliotheken mit Geräteparametern und so weiter. Chiphersteller benötigen die TDK, um auf ihren Anlagen POET- oder PET-Chips produzieren zu können.

Nun lesen wir in der obengenannten Mitteilung, „with the help of select potential POET Development Alliance (PDA) partners, progress on this milestone is ahead of the schedule“, sprich: man ist mit Hilfe ausgewählter potentieller Partner dem ursprünglichen Zeitplan voraus. Es gibt sie also, diese potentiellen Partner – man beachte den Plural partners im Englischen –, und die stehen nicht nur mit verschränkten Armen an der Seitenlinie und beobachten, sondern arbeiten ganz konkret mit. Ich liege wohl nicht völlig falsch mit der Vermutung, daß diese »potentiellen Partner« nicht nur aus Spaß an der Freud‘ bei den TDK mitentwickeln, sondern die TDK so schnell wie möglich konkret einsetzen wollen. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu behaupten, daß dies alles durch entsprechende Verträge und Verschwiegenheitsverpflichtungserklärungen abgesichert ist. Sehr wahrscheinlich hat man auch über Geld gesprochen.

Fazit: Auch wenn POET noch keine Industriepartnerschaften bekanntgegeben hat, so tut sich dennoch viel im Verborgenen. Dieses Risiko ist deutlich reduziert.

Kapitalerhöhung gibt langen Atem

Für ein Unternehmen, das kein Geld verdient, stellt sich immer die Frage, wie lange die vorhandenen Mittel reichen. Bei Kosten von rund 300.000 CAD monatlich hätte im Herbst diesen Jahres das Aus gedroht. Unter Zeitdruck zu stehen, ist aber in Verhandlungen mit potentiellen Partnern nicht gut. Denn wenn der andere die Verhandlungen hinauszögert, muß man am Ende womöglich Bedingungen hinnehmen, auf die man sich sonst nie eingelassen hätte.

Am 30. Januar gab POET Technologies eine privatplazierte Kapitalerhöhung über 5 Millionen CAD bekannt. Eine Kapitalerhöhung, bei der die Altaktionäre ausgeschlossen sind, stößt nie auf Begeisterung, weil sich Unternehmenswert und -gewinne nun auf mehr Aktien als vorher verteilen, was den Wert der alten Aktien verwässert. Der Aktienkurs sackte entsprechend um 12 Prozent ab.

Auch ich war zunächst sauer, nicht zuletzt, weil ich kurz vorher noch POET-Aktien hinzugekauft hatte. Beim weiteren Nachdenken konnte ich der Kapitalerhöhung aber mehr Gutes als Schlechtes abgewinnen. Denn die 5 Millionen CAD geben POET Luft bis Ende 2015. Das sollte ausreichen. Das Management steht nicht unter dem Druck, möglichst schnell Verträge abzuschließen, sondern kann sich die Zeit lassen, optimale Konditionen auszuhandeln. Das dürfte sich letztlich auch für die Aktionäre rechnen, die über die Verwässerung gejammert hatten.

Ein weiterer Aspekt der Kapitalerhöhung ist das Vertrauen der Investoren. Wer sich an der Kapitalerhöhung beteiligte, machte das ja nicht, weil er dem Unternehmen mißtraute oder keine Chancen sähe. Geld locker gemacht haben vor allem die Investmentgesellschaft Pinetree Capital sowie deren Chef Sheldon Inwenstash aus seinem Privatvermögen. Pinetree und Inwentash haben darüber hinaus noch mehrfach an der Börse POET-Aktien gekauft. Die übrigen an der Kapitalerhöhung Beteiligten sind unbekannt. Bekannt ist nur, daß POET diese Investoren ohne Vermittlung einer Bank gefunden hat. Möglicherweise ist auch der eine oder andere künftige Kooperationspartner dabei, aber das ist nur Spekulation.

Fazit: Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit und das Risiko ungünstiger Vertragsbedingungen sind deutlich gesunken.

Schläft die Konkurrenz?

Nein, die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Universitäten und Unternehmen forschen in Sachen Optoelektronik mit Silizium, Graphen, Kohlenstoffnanoröhrchen und anderen Materialien. Einige Links habe ich im Anhang meines ersten Artikels zusammengestellt. Diese Linksammlung werde ich bei Bedarf ergänzen. Insgesamt sind all diese Aktivitäten aber noch im Laborstadium. Bis daraus Produkte werden, dürften noch Jahre vergehen. Heute ist jedenfalls kein einziger Wettbewerber weit und breit erkennbar, der mit einem Produkt an den Markt gehen könnte, noch dazu mit einem, das mit der bestehenden Technik kompatibel ist.

Außerdem sind die technischen Errungenschaften von POET beziehungsweise von dessen technischem Kopf Dr. Geoff W. Taylor durch über 30 Patente geschützt. Am 20. Februar 2014 erst wurden Taylor seine neuen Patente »Optoelectric Integrated Circuit« und »Thyristor Memory Cell Integrated Circuit« erteilt. POET Technologies hat dazu bislang keine Mitteilung herausgegeben, doch diese Patente haben es in sich. Das wäre ein eigenes Thema.

Fazit: POET Technologies ist der Konkurrenz um Jahre voraus.

University of Connecticut (Quelle: Wikimedia Commons)

Lizenzverhandlungen mit der University of Connecticut erfolgreich abgeschlossen

Ein weiteres Risiko konnte POET Technologies durch Neuverhandlungen über die Lizenzzahlungen an die University of Connecticut (UConn) aus der Welt schaffen.

Da POET keine eigene Fertigung betreibt, beruht das Geschäftsmodell vor allem auf der Lizensierung der Technik an Chiphersteller. Wesentliche Teile des POET-Verfahrens hatte Dr. Taylor jedoch als Mitarbeiter der UConn entwickelt. Daher liegen eine ganze Reihe von Patenten bei der Universität. Damit POET Technologies diese Patente nutzen kann, schlossen Universität und Unternehmen am 23. April 2003 eine Lizenzvereinbarung, durch die POET auf Grundlage der UConn-Patente unbeschränkt Produkte entwickeln und vermarkten darf. POET darf auch Unterlizenzen an Chipfertiger vergeben. Allerdings sollten von den Gebühren für die Unterlizenzen 30 Prozent an die UConn fließen.

30 Prozent – ein großer Brocken, der die Attraktivität von POET Technologies für Investoren gewaltig geschmälert hätte. POET und die UConn haben daher die Bedingungen für Unterlizenzen neu verhandelt und am 11. Februar 2014 das Ergebnis bekanntgegeben:

  • Statt 30 Prozent erhält die UConn nur noch 3 Prozent der Gebühren für Unterlizenzen.
  • Als Ausgleich erhält die UConn zwei Millionen POET-Aktien.

Fazit: Eine vernünftige Vereinbarung, die einen erheblichen Teil künftiger Lizenzeinnahmen im Unternehmen läßt. Ausgezeichnet!

Global Semiconductor Forum: Speed Dating für Top-Manager

In der kommenden Woche nimmt POET-Chef Peter Copetti am Global Semiconductor Forum (GSF) teil, das vom 12. – 14. März in Singapur stattfindet.

Das GSF ist nun allerdings nicht die klassische Konferenz, zu der man sich anmeldet, sich Vorträge anhört oder selbst welche hält, und wo die Teilnehmer in den Pausen miteinander ins Gespräch kommen können.

Erstens fährt man nicht einfach zum GSF. Man braucht dazu eine Einladung des Veranstalters Arena International Event Groups. Arena hat im Vorfeld diejenigen auserwählt, die in der Welt der Halbleiter wichtig sind, und nur diese Leute beziehungsweise diese Unternehmen eingeladen. Das garantiert Exklusivität und sorgt dafür, daß ausschließlich Top-Entscheider von Halbleiterunternehmen zusammenkommen: Lösungsanbieter, Hersteller, Kunden. Das Gesocks bleibt draußen.

Zweitens gibt es beim GSF zwar auch Vorträge, Seminare und Diskussionsrunden, der Schwerpunkt liegt aber woanders, nämlich bei den Vier-Augen-Gesprächen. Das ist so eine Art Speed Dating für Top-Manager. Vor dem GSF haben die Teilnehmer dem Veranstalter mitgeteilt, mit welchen der übrigen Teilnehmern sie gern ein 30-Minuten-Gespräch führen würden. Der Veranstalter gleicht Wünsche und Prioritäten ab und arrangiert die Gespräche.

Was genau POET Technologies beziehungsweise Peter Copetti auf dem GSF machen werden, bleibt unklar. Auch die POET-Mitteilung vom 26. Februar 2014 weist im wesentlichen nur auf die Vier-Augen-Gespräche hin. Mit welchen Unternehmen Gespräche stattfinden, wissen wir nicht. Es wird zwar immer wieder mal über HP gemunkelt, aber das ist reine Spekulation, und nichts Genaues weiß man nicht. Mit wem auch immer Copetti sprechen wird, eine öffentliche Verlautbarung wird es dazu wohl nicht geben. Nach einem ersten 30-Minuten-Gespräch ist ja auch kein fertig ausgehandelter Vertragsabschluß zu erwarten. Vielmehr haben sich die Teilnehmer erstmals kennengelernt und ein wenig ausgetauscht. Bei gegenseitigem Interesse werden sie den Kontakt in den folgenden Wochen und Monaten vertiefen und eine Zusammenarbeit aufnehmen – oder auch nicht.

Als Redner tritt Copetti nicht auf, und POET Technologies findet sich auf der Liste der Sponsoren auch nur als eines von vielen Unternehmen wieder. Andererseits wird POET auf der GSF-Homepage besonders willkommen geheißen, eine Ehre, die keinem anderen Unternehmen zuteil wird. Oder ist POET als einzige Firma erstmals beim GSF dabei?

Einige Anleger vermuten, daß POET Technologies am Montag oder Dienstag die Erfolgsmeldungen der letzten Wochen fortsetzt und toppt, indem das Unternehmen eine Lizenzvereinbarung mit einem namhaften Industriepartner bekanntgibt. Das würde POET mit einem Schlag sehr bekannt machen und auf dem GSF Türen öffnen. Taktisch sinnvoll wäre das durchaus, aber ob es tatsächlich so kommt oder nicht, ist Spekulation.

Was ist POET wert?

Ist POET erst einmal deutlich bekannter als heute, werden Übernahmeangebote nicht lange auf sich warten lassen, denn so mancher wird sich diese Technikperle für kleines Geld unter den Nagel reißen wollen. Wenn dann ein Interessent, sagen wir, 2,60 CAD pro Aktie bietet, mögen das viele Aktionäre für einen sehr guten Preis halten. Es ist ja das Doppelte des aktuellen Aktienkurses! Doch könnte es gemessen am tatsächlichen Wert viel zu wenig sein. Wie können POET-Management und -Aktionäre bei einem Übernahmeangebot entscheiden, was ein angemessener Preis ist?

Im sogenannten Pellegrino-Report hatte die Bewertungsfirma Pellegrino & Associates im Jahr 2011 den Wert der POET-Technologie auf rund eine Milliarde CAD geschätzt. Das hatte damals ein paar Wellen geschlagen und auch mich über einen Artikel auf die Aktie aufmerksam gemacht.

Inzwischen sind drei Jahre vergangen, POET hat sich deutlich weiterentwickelt, neue Anwendungen und potentielle Märkte sind hinzugekommen, und die Industrie leidet erheblich heftiger unter dem drohenden Ende des Moorschen Gesetzes. Unter diesen veränderten Rahmenbedingungen hat POET Technologies Pellegrino & Associates mit einer Neubewertung beauftragt, wie das Unternehmen am 20. Januar 2014 mitteilte. Das Ergebnis (»Pellegrino 2.0«) wird wohl irgendwann im Mai vorliegen.

Unter der einen Milliarde CAD aus Pellegrino 1.0 dürfte Pellegrino 2.0 keinesfalls liegen; manche vermuten irgendetwas zwischen drei und zehn Milliarden. Wie auch immer: Ein Kaufinteressent sollte den Pellegrino-2-Wert als Mindestgebot ansehen. Bei einem Bieterwettstreit kann es schnell zu einem Mehrfachen davon kommen. Ich persönlich rechne ja wie in meinem ersten Artikel zu POET Technologies erwähnt mit 10 Milliarden CAD.

Doch wer nur von der einen Milliarde CAD aus Pellegrino 1.0 ausgeht, kommt bei vollständiger Verwässerung aber auch schon auf immerhin 4,72 CAD pro Aktie. Da sehen die 2,60 CAD aus dem Beispiel oben gar nicht mehr so toll aus.

Meilenstein (Quelle: Wikimedia Commons)

Die weiteren Aussichten

In der nächsten Zeit stehen weitere Neuigkeiten ins Haus – einige vielleicht schon in der nächsten Woche:

  • Möglicherweise Bekanntgabe eines Industriepartners
  • Möglicherweise Verkauf der Militärsparte
  • Verkleinerung der Chip-Strukturen auf 100 Nanometer oder weniger (Meilenstein 8, auf Anforderung eines potentiellen Industriepartners aufgenommen)
  • Fertigstellung der POET-TDK (Meilenstein 11)
  • Fertigstellung der PET-TDK (Meilenstein 12)
  • Meilensteine 9 und 10

Es empfiehlt sich jedenfalls, die Mitteilungen von POET Technologies im Auge zu behalten.


Bitte beachten Sie die Hinweise zu  Risiken und zum Haftungsausschluß!

2 thoughts on “Weniger Risiken bei POET Technologies”

  1. Hört sich alles sehr gut an. Hoffentlich läuft das alles reibungslos. Ich bin feste am Kaufen – aber ich habe auch etwas Angst dabei. Ich habe leider schon etliche Male Schiffbruch erlitten. Im Augenblick wartet man auf einen Meilenstein, wenn ich das richtig verstanden habe. Hat jemand Kenntnisse, die mich etwas beruhigen können?

    1. Im Moment sind Informationen Mangelware. POET Technologies gibt offenbar nur das an Informationen preis, was gesetzlich vorgeschrieben ist und sich daher nicht vermeiden läßt. Auch zu den Meilensteinen ist nichts bekannt. Das mag an den Nerven zerren, ich werte es aber nicht negativ. Hinter den Kulissen dürfte sich einiges tun. Der nächste Quartalsbericht kommt spätestens am 31. August.

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