Rainers Blog

Mit ‘Politik’ getaggte Artikel

Wieder Wahlkampf – Piraten wollen in den NRW-Landtag

Geschrieben von Rainer Klute - 2012-03-16

Seit dem der nordrhein-westfälische Landtag sich am 14. März überraschend aufgelöst hat (überraschend auch für ihn selbst), ist nach nur zwei Jahren wieder Landtagswahlkampf in NRW angesagt. Diesmal wird es relativ kurz und knackig, denn der 13. Mai ist der letztmögliche Wahltermin. Die Piratenpartei steht mit 5 bis 7 Prozent in den Umfragen jetzt sehr viel besser da als 2010, dürfte also wohl in den Landtag kommen.

Ich selbst möchte ebenfalls wieder antreten, diesmal aber nicht als Direktkandidat im Wahlkreis Herford II, sondern in Dortmund II. Dieser Wahlkreis umfaßt die Stadtbezirke Innenstadt-Ost, Innenstadt-Nord und Eving umfaßt. Ich selbst wohne in Innenstadt-Ost, und auf meinem täglichen Weg zur Arbeit durchradle ich alle drei Stadtbezirke. Als Direktkandidat der Piratenpartei hat man zwar keine Chance, das Mandat zu gewinnen, aber es erhöht die Sichtbarkeit der Partei ungemeint. Bei der Landtagswahl 2010 hatte es der damalige Piratenkandidat leider nicht geschafft, in 5 Monaten die erforderlichen 100 Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Das sollte jetzt aber kein Problem sein, fallen mir doch spontan mindestens 25 Wahlberechtigte aus dem Wahlkreis ein, die meine Kandidatur sofort unterstützen würden.

Die Dortmunder Piraten treffen sich zur Aufstellungsversammlung am Mittwoch, 21. März, und ich bin gespannt, ob sie mich wohl als Kandidaten nominieren werden. Im Piratenwiki gibt es eine Übersicht der Bewerber für die vier Dortmunder Wahlkreise.

Außerdem hätte ich gern einen Platz auf der Landesliste. Dazu wird es am 24. und 25. März einen Landesparteitag geben, der die Kandidaten und ihre Reihenfolge festlegt. Letztere entscheidet, wer in den Landtag einziehen wird. Bei 5 Prozent der Zweitstimmen sind die ersten 9 Plätze sicher drin.

Meine vom Wahlamt ausgestellte Wählbarkeitsbescheinigung habe ich jedenfalls schon mal in der Tasche. Na, dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder?

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Piraten entern Berlin: Riesenchance, Riesenherausforderung

Geschrieben von Rainer Klute - 2011-09-18

Mit einem grandiosen Wahlergebnis zieht die Piratenpartei in das Berliner Abgeordnetenhaus ein: 9,0 Prozent sagt die ARD-Hochrechnung von 21:40 Uhr. Gerechnet hatte mit einem Erfolg in dieser Größenordnung niemand; auch die Piraten nicht, denn sonst hätten sie ein paar Kandidaten mehr aufgestellt. Im Moment sieht es so aus, daß sämtlich 15 Kandidaten der Landesliste Parlamentssitze erhalten.

Der Erfolg in Berlin ist für die Piratenpartei ein gewaltiger Durchbruch, bringt er sie doch bei vielen Wählern (und Nichtwählern!) auf den Schirm – bei manchen erstmals, bei manchen erstmals richtig. Wer noch nie etwas von der Piratenpartei gehört hatte, weiß jetzt mehr. Wer die Piraten noch nie gewählt hat, »weil das ja doch verschenkte Stimmen sind«, wird das ab heute anders sehen.

Der Berliner Wahlerfolg ist ein Leuchtturm und ein Orientierungspunkt für ganz Deutschland. Er ist eine Riesenchance für die Piratenpartei bei kommenden Wahlen – in anderen Ländern, im Bund und in den Kommunen sowieso! Gleichwohl wird sich das Ergebnis andernorts nicht leicht wiederholen lassen, denn was in Berlin ankommt, trifft andernorts noch lange nicht auf Zustimmung.

Gleichzeitig ist Berlin eine Riesenherausforderung für die Piratenpartei. Denn nun werden die Menschen genau hinschauen und gucken, was die Piraten machen und wie sie es machen. Lernen und Einarbeiten ist angesagt, dann vernünftige, solide Politik für Berlin. Wer die Piraten nur aus Protest gewählt hat – und das sind die allermeisten –, will zu Recht eine Bestätigung.

Das muß jetzt laufen, und ich denke, es wird laufen – mit frischen Ideen und mit Beteiligung der Bürger. Berlin ist die Chance für die Piratenpartei – vielleicht die einzige.

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Piraten und Religion

Geschrieben von Rainer Klute - 2010-12-23

Um das Thema »Piraten und Religion« ging es am 23. Dezember im Dicken Engel.

Dicker Engel

Wer den Dicken Engel noch nicht kennt: Das ist eine virtuelle Kneipe, in der regelmäßig Mitglieder der Piratenpartei und gelegentlich auch andere Menschen herumhängen. Sie ist virtuell, weil man nur per Internet hineinkommt und Computer und Headset braucht, um mit den anderen zu schwatzen. Ja, und die Software Mumble braucht man auch. Mehr dazu auf der Seite des Dicken Engels im Piratenwiki.

Donnerstags gibt es immer einen Themenabend mit Referenten, Vortrag und Diskussion. Und für den 23. Dezember schien ob der zeitlichen Nähe zu Weihnachten ein religiöses Thema angebracht. Offenbar bin ich in der Piratenpartei als religiöser Mensch bekannt. Jedenfalls habe ich mich über die Anfrage als Referent sehr gefreut.

Hier mein Vortrag:

Weihnachten

Folgt man den typischen Disney-Weihnachtsfilmen, so besteht Weihnachten vor allem aus folgenden Zutaten: Santa Claus, Nordpol, Elfen, Spielzeug, Schlitten, Rentieren (inkl. dem rotnasigen Rudolph), geschmücktem Weihnachstbaum, Geschenken, strahlenden Kinderaugen, glücklichen Erwachsene, heilen Familie (jedenfalls am Schluß eines Films) und gutem Essen. Eine spirituelle und vielleicht religiöse Komponente ist auch dabei: der Geist der Weihnacht.

Piraten und ihre Forderungen zu Kirche und Staat

  • Religionsfreiheit gemäß Artikel 4 GG.
  • Laizistischer Staat: Trennung von Kirche und Staat, Schutz des Bürgers vor religiösen Einflüssen
  • Deutlicher antireligiöser Unterton: Religion meinetwegen, aber bitteschön nur im Privaten. In der Politik hat Religion nichts zu suchen.

Religion – was ist das eigentlich?

Damit wir wissen, worüber wir hier reden, wäre eine Definition des Begriffs Religion nützlich. Schlägt man in der Wikipedia nach, findet man allerdings schnell heraus, daß es über hundert Religionsdefinitionen gibt, von denen sich aber bisher keine als allgemein anerkannt hat durchsetzen können.

Versuch einer Definition

Wir versuchen trotzdem, uns dem Begriff ein wenig zu nähern:

  1. Im ersten Ansatz kann man Religion als Glauben an Gott definieren. Dabei denke man etwa an die drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam. Wobei Muslime das Christentum nicht als monotheistisch sehen, denn da hat Gott ja einen Sohn. Und es gibt viele Religionen, die mehrere oder sogar sehr viele Götter verehren.
  2. Diese Definition paßt aber nicht zu Religionen wie dem Zen-Buddhismus, die gar nicht an einen Gott glauben. Fassen wir die Definition etwas weiter und sagen: Religion beschäftigt sich mit dem Übernatürlichen.
  3. Doch diese Definition ist immer noch zu eng. Das können wir etwa am Hinduismus erkennen (soweit man überhaupt von dem Hinduismus sprechen kann): Hier sind die Gottheiten nicht übernatürlich, stehen also nicht über dem Natürlichen. Vielmehr sind sie Teil des Natürlichen und durchdringen es. Das Spirituelle ist Teil des Empirischen.
  4. Definieren wir also Religion noch allgemeiner und bezeichnen Religionen als Weltanschauungen. Das Grundgesetz sieht ja auch beide Begriffe eng beieinander und spricht in Artikel 4 bewußt von der »Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses«.  Meine Weltanschauung erklärt mir, wie alles zusammenhängt und wie die Welt und das Leben funktionieren oder funktionieren sollten.
    • Woher komme ich?
    • Wohin gehe ich?
    • Wie sollte ich leben?
    • Wie sollten wir miteinander leben?
    • Was ist der Sinn?

Verschiedene Religionen, verschiedene Weltanschauungen kommen hier zu unterschiedlichen Antworten.

Nichtreligiöse Religionen

Auch wenn wir Religion als Weltanschauung definieren, schwingt dabei dennoch immer die Idee des Göttlichen oder des Spirituellen mit. Es gibt aber bekanntlich auch Weltanschauungen, die dies ablehnen, beispielsweise Materialismus oder Teile des Humanismus. Auch der Materialismus hat Antworten auf die Fragen nach dem Woher, Wohin und Wozu. Nach materialistischer Sichtweise kommt der Mensch durch Zufall ins Leben. Bewußtsein, Gedanken, Ideen und Gefühle basieren allein auf Materie. Ein Weiterleben nach dem Tod gibt es nicht. Da sich das Leben allein auf das Diesseits erstreckt, sollte jeder so leben, daß er möglichst glücklich ist. Und da das die anderen ebenfalls wollen, sollten wir schauen, daß wir uns gegenseitig möglichst wenig in unserem Glücklichsein beeinträchtigen.

Der Materialismus ist keine verfaßte Religion. Dennoch erkennen wir einige Grundmuster und Gemeinsamkeiten:

  • Es gibt eine Dogmatik: Es ist alles Materie.
  • Es gibt eine Teleologie (Sinn, Zweck): Glücklichsein.
  • Es gibt eine Ethik: Regeln, die ein gutes Leben für alle ermöglichen sollen.

Entsprechendes gilt für andere nichtreligiöse Weltanschauungen.

Weltanschauungen sind axiomatisch

Und noch etwas Entscheidendes haben religiöse und nichtreligiöse Weltanschauungen gemeinsam.

Jeder von uns gestaltet sein Leben nach bestimmten Prinzipien und Regeln, ganz egal, ob bewußt oder unbewußt. Bei dem, was wir tun, lassen wir uns leiten von dem, wie die Welt und das Leben unserer Meinung nach funktioniert oder funktionieren sollte. Diese Prinzipien und Regeln lassen sich letztlich zurückführen auf einige Grundannahmen oder Axiome. Wie wir die Dinge sehen und wie wir leben, beruht letztlich auf diesen Axiomen.

Axiome können wir nicht weiter begründen, sondern sind selbst die Grundlage unseres Weltbildes. In der Regel entziehen sie sich einem Beweis und sind in gewisser Weise willkürlich.

Beispielsweise kann ich die Existenz oder Nichtexistenz eines Gottes prinzipbedingt nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden beweisen. Es ist eine reine Annahme, ein Axiom.

Gehe ich davon aus, das es keinen Gott gibt und alles auf Materie beruht, hat das Konsequenzen für die Art und Weise, wie ich mein Leben führe. Ich bin dann nur mir selbst gegenüber verantwortlich, eventuell auch gegenüber anderen Menschen und gegenüber dem Staat. Vertrete ich humanistische Ideale, wird mir die Verantwortung gegenüber anderen besonders wichtig sein. Da ich annehme, daß mein Leben mit dem Tode endet und danach nichts mehr kommt, brauche ich mir über ein Leben nach dem Tod und über eine Verantwortung gegenüber einem Gott keine Gedanken zu machen.

Das sieht anders aus, wenn ich davon ausgehe, daß es einen Gott gibt und zwar den Gott der Bibel. Dann bin ich nicht nur mir selbst, anderen Menschen und dem Staat gegenüber verantwortlich, sondern auch Gott gegenüber – und zwar Gott gegenüber zuallererst. Dann geht das Leben nach dem Tod weiter, und die Entscheidungen, die ich im Leben vor dem Tod treffe, haben Konsequenzen auf mein Leben nach dem Tod.

In beiden Fällen gehen wir von Grundannahmen aus, die wir plausibel finden mögen, die wir aber nicht naturwissenschaftlich beweisen können. Der Atheist kann nicht beweisen, daß Gott nicht existiert. Und wenn ich davon erzähle, wie ich Gott erlebe, kann ich das lediglich bezeugen, aber nicht beweisen. Die Grundlagen von Religionen und von anderen Weltanschauungen sind Axiome und entziehen sich daher ihrem Wesen nach einer Argumentation. Sie sind daher immer auch willkürlich.

Übrigens trifft diese Willkürlichkeit auch für die Menschenrechte zu. Wir können sie bzw. ihr Gelten nicht weiter begründen, sondern nur sagen: Das ist eben so. Oder besser: Das wollen wir so. Und das ist keine Selbstverständlichkeit: die Menschenrechte galten und gelten längst nicht zu allen Zeiten und an allen Orten.

Zwischen den verschiedenen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen bestehen bekanntlich große inhaltliche Unterschiede. Allen gemein ist aber, daß es bestimmte axiomatische Grundüberzeugungen gibt, aus denen sich Lebens- und Politikgestaltung ableiten. Der Unterschied zwischen einem religiösen und einem nichtreligiösen Menschen besteht also lediglich darin, daß der eine Mensch seine Grundüberzeugungen durch seinen Glauben prägen läßt und der andere nicht. Oder wie es neulich ein Pirat formuliert hat: Jeder hat einen Glauben, auch wenn er nicht religiös ist.

Der pragmatische Ansatz

Viele Piraten wollen aber den ganzen weltanschaulichen Kram einfach beiseite lassen. Entscheidungen sollten nicht von irgendwelchen religiösen, moralischen oder weltanschaulichen Standpunkten aus getroffen werden, sondern allein aufgrund pragmatischer Erwägungen. Es sollten Lösungen umgesetzt werden, die gut sind, die funktionieren, die uns zum Ziel führen.

Aber so etwas wie eine weltanschaulich neutrale Politik gibt es nicht. Das merken wir, wenn wir über unsere Ziele sprechen. Denn wie unsere Ziele aussehen, leiten wir ja aus unseren Grundüberzeugungen ab. Die können wir nicht an der Garderobe abgeben und so tun, als hätten wir keine. Das wollen wir ja auch gar nicht. Wir wollen doch genau das umsetzen, was unseren Grundüberzeugungen entspricht. Damit zeigt sich auch der pragmatische Ansatz als weltanschaulich geprägt.

Folgerungen für die Politik

  • Sämtliche Weltanschauungen beruhen auf Axiomen.
  • Aus Sicht des Staates besitzt damit keine einen begründbaren Vorzug. Es gibt allerdings Weltanschauungen, die sich nicht bewährt haben (z.B. Kommunismus oder Nationalsozialismus).
  • Daher soll der Staat neutral sein.
  • Der Staat darf keine Religion oder Weltanschauung benachteiligen oder bevorzugen. Der Staat soll neutral sein, aber nicht antireligiös.
  • Religionsfreiheit gemäß Artikel 4 GG: (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
    • Jeder hat das Recht, religiöse oder nichtreligiöse Weltanschauung frei zu wählen.
    • Ungestörte Religionsausübung heißt übrigens durchaus auch öffentliche Religionsausübung
    • Jede Religion oder Weltanschauung hat das Recht, andere umfassend zu informieren und für sich /dafür zu werben.

Laizistischer Staat

  • Mit der Forderung nach einer Trennung von Kirche und Staat habe ich als Freikirchler kein Problem. Freikirchen und Staat haben ja nicht so viele Berührungspunkte wie die katholische Kirche oder die evangelischen Landeskirchen. Das Problem ist eher, daß sich viele Christen aus den Freikirchen und die Freikirchen selbst so herzlich wenig für Politik interessieren. Als Christ sollte ich mich nicht nur für das ewige Heil der Menschen interessieren, sondern mich auch für ihr irdisches Wohl einsetzen.
  • Die Forderung nach Schutz des Bürgers vor religiösen Einflüssen ist Quatsch.
    • Sie widerspricht dem Recht auf Religionsfreiheit.
    • Sie ist eine Bevorzugung nichtreligiöser Weltanschauungen und damit eine Verletzung des Neutralitätsgebots.
  • Die Schule soll umfassend über die maßgeblichen Religionen und Weltanschauungen informieren. Keine Diskriminierung von Religionen durch Bevorzugung nichtreligiöser Weltanschauungen! Konfessioneller Religionsunterricht und konfessionelle Schulen sind Möglichkeiten dazu, aber nicht die einzigen.
  • Die Kirchen erbringen erhebliche Dienstleistungen für den Staat, z.B. in Kinderbetreuung oder Krankenpflege. Wer die strikte Trennung von Kirche und Staat will, soll erstmal ein Konzept vorlegen, wie er das auffangen will.
  • Potentiale heben! Christen, Muslime und die Angehörigen anderer Religionen nicht aus der Gesellschaft herausdrängen, sondern auffordern, Verantwortung zu übernehmen und sich für die Menschen in unserem Staat einzusetzen. Politikverdrossene Bürger haben wir mehr als genug!

Religion als Privatsache

  • Bei manchen Piraten hört man einen antireligiöser Unterton: Religion meinetwegen, aber bitteschön nur im Privaten. In der Politik hat Religion nichts zu suchen. Wie ich oben bereits gezeigt habe, ist eine religiös bzw. weltanschaulich neutrale Politik gar nicht möglich.
  • Religionsfreie Politik fordert von den Gläubigen etwas, was sie von keinem anderen fordert: Sie sollen ihre religiösen Überzeugungen bitteschön abgeben, bevor sie in den politischen Diskurs eintreten. Damit sollen sie das drangeben, was für viele von ihnen das Eigentliche ihres Lebens ist.

Und wieder Weihnachten

Und damit sind wir wieder da, wo wir angefangen haben: bei Weihnachten. Denn das Eigentliche meines Lebens hat mit dem zu ist, worum es Weihnachten geht oder besser: gehen sollte. Nein, nicht um den Geist der Weihnacht.

Die Grundüberzeugung meines Lebens ist, daß es einen Gott gibt und daß dieser Gott als kleines Kind vor 2000 Jahren auf die Welt gekommen ist. Das ist der Grund, warum wir Weihnachten feiern. Jesus hat das nicht aus Spaß gemacht. Das hat er gemacht, weil wir es ihm wert sind. Er will uns Sinn und Erfüllung geben. Das hat ihn Blut, Schweiß und Tränen gekostet – und das Leben. Doch damit sind wir eigentlich schon bei Karfreitag. Und bei Ostern. Und bei Himmelfahrt.

Beim Glauben geht es nicht darum, irgendeine Dogmatik für wahr zu halten oder sich irgendwelchen Gesetzen unterzuordnen. Es geht darum, Jesus persönlich kennenzulernen, eine Beziehung mit ihm einzugehen und das Leben mit ihm zu gestalten.

Wenn ich politische Weihnachtswünsche habe, dann diese:

  • Ich wünsche mir eine Politik, die mir erlaubt, das, was ich gerade gesagt habe, auch morgen noch frei und offen sagen zu können.
  • Ich wünsche mir Freiheit für die Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden und um ihr Leben fürchten müssen, z.B. in Nordkorea und vielen islamischen Staaten.
  • Ich wünsche mir natürlich auch, daß viele von euch anfangen, sich für den Glauben zu interessieren – in einem Staat, der das erlaubt und niemanden in eine bestimmte Glaubens- oder Unglaubensrichtung drängt.

In diesem Sinn euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

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Das Christsein, das Leben, die Welt und der ganze Rest (The Big Story)

Geschrieben von Rainer Klute - 2010-04-11

Dieser Beitrag ist eine Predigt, die ich am 2010-04-11 in der Freien evangelischen Gemeinde Dortmund gehalten habe.

Sie hat zwei Ziele:

  • Sie soll Nichtchristen einen Überblick geben über das, was Christen eigentlich glauben, und zwar anhand einer mehr oder weniger einfachen Skizze.
  • Sie soll den einen oder anderen Christen darauf aufmerksam machen, daß das, was er glaubt, nicht alles ist, was das Christsein ausmacht. Die erwähnte Skizze hilft, den christlichen Glauben anderen Menschen zu erklären, und zwar in nicht mehr als 30 Minuten, also einer Predigtlänge. Ein Stift und eine Serviette reichen dafür aus.

Also los!

Eine kaputte Welt

Dieser Kreis und die zwei Figuren darin stehen für unsere Welt und für uns Menschen Wie sieht unsere Welt aus? Ist sie gut oder schlecht? Was erleben wir? Was sehen wir in den Nachrichten? Leid, Krieg, Unterdrückung, Armut, Krankheit, Tod. Auch wenn wir manches Schöne kennen, ist die Welt doch auf’s Ganze gesehen in einem üblen Zustand.

Ich zeichne daher eine Wellenlinie um den Kreis. Sie zeigt: Diese Welt ist kaputt. In dieser Beurteilung sind sich die meisten Menschen einig.

Wie geht es uns dabei? Ist es uns egal oder empfinden wir etwas? Den meisten Menschen ist das nicht egal, sondern sie sind traurig oder zornig. Der eine resigniert; der andere will etwas verändern. Wir sehnen uns nach einer Welt, in der es gerecht und liebevoll zugeht, in der niemand hungern muß.

Eine vollkommene Welt

Nach dem Weltbild der Christen hat Gott vor langer Zeit eine heile und vollkommene Welt geschaffen. Ihre Perfektion zeigte sich auf drei Ebenen:

  1. Die Beziehungen auf globaler Ebene
  2. Die Beziehungen der Menschen untereinander
  3. Die Beziehung zu Gott

Ich zeichne einen weiteren Kreis ohne Wellenlinie. Er steht für die vollkommene Welt (globale Ebene). Ich zeichne zwei Figuren in diesen Kreis (Beziehungsebene).

Auf allen Ebenen hat Gott sich ein wechselseitiges Dasein füreinander vorgestellt mit gegenseitigem Geben und Nehmen.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Auf dieser Ebene geht es um eine globale Sicht der Dinge, beispielsweise um Mensch und Umwelt oder um arme und reiche Nationen.

Gott hatte sich das Verhältnis zwischen dem Menschen und dem Planeten Erde als ein gegenseitiges Geben und Nehmen vorgestellt, nachzulesen in in 1. Mose 1, 28-29:

  • Der Mensch sorgt für die Erde.
  • Die Erde versorgt den Menschen mit allem, was er zum Leben braucht.

Die Beziehungen der Menschen untereinander

Die Figuren zeigen die Beziehungsebene. Man braucht nicht an Adam und Eva zu denken, sondern sie stehen ganz allgemein für Menschen und ihre Beziehungen untereinander: Ehepaare, Nachbarn, Kollegen, Parteifreunde, Familen.

Die Figuren stehen dicht beieinander. Sie drücken Gemeinschaft aus, Vertrauen, Harmonie, die perfekte Beziehung.

Beispielsweise zeigt die biblische Schöpfungsgeschichte, daß Gott sich Mann und Frau als starke Partner gedacht hatte und auch auf dieser Ebene die gegenseitige Ergänzung wollte (1. Mose 2, 18).

Die Beziehung zu Gott

Gott hat uns für eine Beziehung mit sich selbst erschaffen. Er bringt dem Menschen seine Liebe und seinen Segen entgegen und wünscht sich im Gegenzug, zurückgeliebt und geehrt zu werden. Und damit wir Gott wirklich lieben können, hat er uns nicht als Maschinen oder Roboter erschaffen, sondern uns mit einem freien Willen ausgestattet.

Ich zeichne einen inneren Kreis um die Figuren. Er symbolisiert die heile Beziehung zwischen Gott und Menschen. Über die Zeichnung schreibe ich »Zum Guten erschaffen«.

Vom Bösen zerstört

Wie kam es dazu, daß die Welt heute so aussieht wie auf der rechten Zeichnung?

Der Mensch wollte das Funktionsprinzip der wechselseitigen Ergänzung nicht akzeptieren. Der Mensch sieht sich selbst im Mittelpunkt. Alles soll auf ihn bezogen sein und ihm nützen.

Ich zeichne vier Pfeile von außen nach innen.

Die Selbstbezogenheit des Menschen hat Folgen auf allen drei Ebenen.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Wir haben die Schöpfung zerstört. Wir beuten den Planeten aus, um ein bequemes Leben zu führen. Wir roden Urwälder am Amazonas oder in Indonesien, um Profit zu machen und ohne Rücksicht auf Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir blasen immer größere Mengen an CO2 in die Atmosphäre und können uns nicht einmal auf eine wirkliche Begrenzung der Steigerungsrate einigen. Und der Planet schlägt zurück durch Unwetter, Überschwemmungen und Dürren.

Von globalen Problemen durch Unterdrückung, Gewalt und Ungerechtigkeit ganz zu schweigen.

Die Beziehungen unter den Menschen

Wir verletzen andere, ob wir es wollen oder nicht – besonders die, die uns eigentlich am wichtigsten sind.

Ich zeichne eine Wellenlinie von oben nach unten zwischen den Figuren hindurch.

Die Beziehung zu Gott

Zumindest in unserem Kulturkreis leben die meisten Menschen so, als gäbe es keinen Gott. Andere haben Angst vor ihm. Oder sie verwechseln Gott mit der Kirche, sind zurecht enttäuscht und wenden sich von allem frommen Kram ab. Von verschiedenen Religionen ganz zu schweigen.

Ich zeichne einen kleinen Kreis mit einer Wellenlinie um die Figuren.

Über die Zeichnung schreibe ich »Vom Bösen zerstört«. Diese Welt, unsere Beziehungen untereinander und unsere Beziehung zu Gott sind unheilbar beschädigt oder zerstört.

Wo macht sich das in deinem Leben bemerkbar? Wo hast du selbst dazu beigetragen?

Wiederhergestellt zum Besseren

Aber Gott liebt uns und diese Welt und startete eine Rettungsaktion.

Ich zeichne unten rechts einen weiteren Kreis mit einer Wellenlinie. Er zeigt die kaputte Welt.

Ich zeichne einen Pfeil, der von oben in die Welt hineinkommt. Er zeigt: Gott greift ein. Er überläßt die Welt nicht sich selbst, sondern kommt in unseren Schlamassel hinein.

Ich zeichne ein Kreuz mitten in den Kreis. Das Kreuz steht für Jesus.

Jesus kam vor 2.000 Jahren in diese Welt, um dem Bösen etwas entgegenzusetzen: sich selbst.

  • Drei Jahre lang zog er von Ort zu Ort und gab uns neue Perspektiven. Er zeigte uns, wie wir gegen das Böse um uns herum und in uns selbst kämpfen können.
  • Schließlich nahm Jesus alles Kaputte auf allen drei Ebenen auf seine eigene Kappe. Daran ging er zugrunde. Er starb am Kreuz: Karfreitag.
  • Ostern feiern Christen seine Auferstehung. Jesus ist nicht totgeblieben. Er hat das Böse überwunden und ist jetzt selbst das Heilmittel für uns und für die Welt. Dieses Heilmittel bietet er uns an.

Die Heilung, die Jesus anbietet, wirkt sich auf allen drei Ebenen aus:

Die Beziehung zu Gott

Jesus heilt unsere Beziehung zu Gott. Wir brauchen nicht länger selbstbezogen zu leben und uns nur um unsere eigenen Dinge zu drehen. Du kannst eine Beziehung mit ihm eingehen, die geprägt ist durch Liebe und Vertrauen. Da geht es nicht um irgendwelche religiösen Regeln und Rituale, nicht um frommen Formalismus, sondern um ein echtes Miteinander. Neue Wertmaßstäbe bestimmen dein Denken, Fühlen und Handeln. Du bist völlig neu geworden. Denn du bist mit Christus in den Tod gegangen und mit Christus auferstanden. Mehr dazu ist zum Beispiel in 2. Korinther 5, 14-21 nachzulesen.

Die Beziehungen unter den Menschen

Jesus heilt unsere Beziehungen. Wir können einander vergeben, was wir uns gegenseitig an Verletzungen zugefügt haben. Wir können lernen, einander zu lieben. Vergebung ist ein mächtiges Mittel gegen Haß, Zorn, Verachtung und Verletzungen. Wer die Vergebung Jesu angenommen hat, kann auch anderen vergeben.

Am Fuß des Kreuzes zeichne ich Menschen ein, bei denen Jesus angefangen hat, sie selbst und ihre Beziehungen zu heilen. Ich zeichne sie dicht beieinander, um die Qualität ihrer Beziehungen zu zeigen.

Ich zeichne einen Kreis um das Kreuz und um die Figuren, die zum Kreuz gehören. Der Kreis hat keine Wellenlinie. Die Beziehung zu Gott ist in Ordnung. Über den Kreis schreibe ich »Wiederhergestellt zum Besseren«.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Umwelt, Regierungen, Unternehmen, Schulen – Gottes Liebe, sein Frieden, seine Gerechtigkeit können sich hier auswirken und sie prägen. Dazu gleich mehr.

Gesandt, um zu heilen

Ich zeichne erneut den äußeren Kreis – mit einer Wellenlinie, denn wir wissen ja, daß unsere Welt noch nicht in Ordnung ist.

Ich zeichne den inneren Kreis und das Kreuz in der Mitte.

In diesem inneren Kreis beginnt das, was die Bibel das Reich Gottes nennt. Über dieses Thema hat Jesus mehr gesprochen als über jedes andere Einzelthema. Beispielsweise sagt er in Markus 1, 15 sagt er: Erfüllt ist die Zeit und nahe herbeigekommen ist die Königsherrschaft Gottes. Ändert euer Leben und glaubt dem Evangelium!

Das Wort Evangelium war zur Zeit Jesu kein frommer Fachbegriff, sondern eine militärische oder regierungsamtliche Vokabel. Es war die »gute Nachricht« von der neuen Herrschaft des Römischen Reiches. Überall dort, wo die Römer ein Gebiet in ihr Weltreich einverleibt hatten, sandte der Kaiser Boten (griechisch Angelos → Engel), die den Menschen das »Evangelium« verkündeten:

Leute, ihr gehört jetzt zu Rom. Ihr braucht euch um nichts mehr Sorgen zu machen. Das Römische Reich bringt euch den Pax Romana. Es bringt euch Frieden, Fortschritt und Sicherheit. Ich braucht euch keine Sorgen mehr zu machen über Wegelagerer auf euren Reisen, keine Sorgen über Feinde, die in euer Land einfallen könnten, keine Sorgen über Wirtschaftskrisen. Das Römische Reich kümmert sich um das alles. Der Kaiser ist euer Herr und euer Retter!

Jesus hat diese den Menschen bekannte Begriffe aufgegriffen und mit neuen Inhalten gefüllt. Sein Reich hat aber nichts mit erobertem Land zu tun. Sein Reich ist da, wo das geschieht, was Gott will.

Gottes Reich kommt nicht durch militärische Stärke, es kommt nicht mit Gewalt und Unterdrückung. In seinem Reich herrschen Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit. Gottes Reich will Raum gewinnen auf allen drei Ebenen. Auf allen drei Ebenen beginnt Jesus einen Heilungsprozeß.

Die Beziehung zu Gott

Das Reich Gottes beginnt bei dir persönlich, wenn du Jesus die Leitung deines Lebens überträgst. Das ist anders als bei den Menschen in den eroberten römischen Provinzen. Die konnten sich nicht aussuchen, ob sie das Römische Reich wollten oder nicht.

Die Herrschaft Jesu in deinem Leben ist eine freiwillige Sache und deine eigene Entscheidung. Wenn du dich auf Jesus einläßt, verändert er sich und macht dich zu einem neuen Menschen. Das fängt klein an und greift in deinem Leben immer weiter Raum. Du wirst immer mehr so, wie die Welt sein sollte. Jesus macht dich fröhlicher, friedlicher, geduldiger, freundlicher, gütiger, treuer, bescheidener und selbstbeherrschter – siehe Galater 5, 22-23.

Die Beziehungen unter den Menschen

Jesus heilt deine Beziehungen zu anderen Menschen. Du vergibst anderen und erfährst selbst Vergebung. Auch das ist ein Prozeß, der Zeit braucht.

Ich zeichne vier Figurenpaare an die Außenlinie des inneren Kreises. Sie stehen für Menschen, deren Beziehungen Jesus in Ordnung gebracht hat.

Für viele Christen ist ihre Vorstellung vom Reich Gottes an dieser Stelle abgeschlossen. Die eigene Beziehung zu Gott ist in Ordnung. Die Beziehungen zu den Mitchristen sind ebenfalls mehr oder weniger in Ordnung. In der Gemeinde kommt man auf’s Ganze gesehen recht gut miteinander aus.

Gott möchte uns aber die Augen öffnen für seine größere Perspektive.

Die Beziehungen auf globaler Ebene

Jesus hat eine Bewegung in Gang gesetzt, um die ganze Welt zu heilen. Mit Leid und Ungerechtigkeit, Hunger und Korruption, Gewalt und Ausbeutung findet er sich nicht ab. Eines Tages wird diese Heilung vollständig sein. Eines Tages erschafft Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde. Bis dahin ruft Jesus seine Leute dazu auf, mitzuarbeiten und diese Welt ein Stück besser zu machen. Denn er macht das nicht einfach per Fingerschnippsen selbst.

Dazu ein Beispiel aus der Bibel: Als es darum geht, für 5.000 Männer plus Frauen und Kinder ein Abendbrot zu organisieren, fordert Jesus seine Jünger auf: »Gebt doch ihr ihnen zu essen!« Sie antworteten: »Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische.« (Lukas 9, 13). Jesus erwartet von uns, unsere Mittel und Möglichkeiten zu prüfen und das zu tun, was wir können. Er erwartet, daß wir uns mit dem, was wir können, an seiner Aufgabe beteiligen. Er erwartet nicht von uns, daß wir die Welt retten. Das hat er selbst getan. Und das tut er, indem er unsere fünf Brote und zwei Fische nimmt und Tausende satt macht. Darum ist es nicht aussichtslos, wenn wir uns in Gesellschaft und Politik engagieren.

Das kann zum Beispiel so aussehen, daß man am Arbeitsplatz den Mund aufmacht, wenn jemand gemobbt wird. Oder daß man bei einer Organisation wie der Dortmunder Tafel mitmacht, die Menschen hilft, denen das Geld für Lebensmittel fehlt. Oder daß man sich in der Politik dafür stark macht, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu verändern, daß weniger Menschen in Not geraten. Ich persönlich engagiere mich in der Piratenpartei, weil mir unsere Grundrechte und Bürgerrechte wichtig sind.

Das, was wir tun, wird auf Gott zurückfallen. Man wird erkennen, wer hier am Werk ist: »Die Menschen sollen eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen«, sagt Jesus seinen Leuten in Matthäus 5, 16.

Ich zeichne von dem der vier Figurenpaare einen Pfeil zum äußeren Kreis. Er zeigt, daß sich Christen für diese Welt und die Menschen einsetzen. Der Ursprung jedes Pfeils ist ein Figurenpaar, nicht eine einzelne Figur. Für Christen ist die Gemeinschaft untereinander entscheidend wichtig. Der Ursprung jedes Pfeils ist zugleich der innere Kreis. Aus der gemeinsamen Beziehung zu Gott stammt die Kraft, etwas in der Welt zu bewirken. Für uns ist wichtig, unsere Aufgabe zu erkennen und anzupacken. Um das Ergebnis kümmert sich Gott selbst.

Ohne Heilung des Menschen keine Heilung der Welt

Ich zeichne zwei parallele Linien zwischen den Kreisen oben links und unten rechts. Sie stehen für eine Kluft, für eine Barriere.

Ich zeichne einen Pfeil vom Kreis oben rechts in Richtung unten links, der vor der Barriere endet.

Mancher will die Welt heilen und direkt vom Kreis oben rechts (»Zerstörung«) nach unten links (»Heilung«) springen. Doch das gelingt nicht oder nur in Ansätzen. Warum? Weil wir in allem, was wir tun, immer uns selbst, unser Wesen einbringen: unsere Motivationen, unsere Sehnsüchte, unsere Methoden. Wenn Jesus uns nicht in Ordnung bringt, bleiben wir geprägt von Egoismus, Neid, Stolz, Feigheit, mangelndem Durchblick usw. Wir haben dann ja auch nur unsere eigene Kraft zur Verfügung – und die reicht nicht.

Wer wirklich die Welt ein Stück heilen will, muß selbst geheilt sein. Es ist Jesus, der dich durchgreifend in Ordnung bringen kann. Und er gibt dir seine Kraft, mit der du dich wirksam zur Heilung der Welt einsetzen kannst.

Ich zeichne einen Pfeil vom Kreis oben rechts zum Kreis unten rechts, und ich zeichne einen Pfeil vom Kreis unten rechts zum Kreis unten links.

Standortbestimmung

In welchem der vier Kreise befindest du dich?

  1. Im ersten Kreis ist für dich alles prima. Aber selbst, wenn das für dich persönlich stimmt, ist die Welt als ganze gar nicht prima. Wo ist dein Beitrag zur Heilung der Welt?
  2. Im zweiten Kreis bist du überwältigt von dem, was in der Welt kaputt ist – oder in deinem eigenen Leben. Aber es gibt Hoffnung. Jesus will dich und die Welt in Ordnung bringen. Laß dich auf Jesus ein!
  3. Im dritten Kreis bist du einer, den Jesus geheilt hat, trägst aber nichts dazu bei, unsere Welt zu heilen. Was hält dich eigentlich davon ab? Frage Jesus, an welcher Stelle er dich haben will, und tue, was er dir klarmacht!
  4. Im vierten Kreis bist du zusammen mit anderen unterwegs auf dem richtigen Weg. Bleibe mit Jesus verbunden im Gebet, versuche nicht, die Dinge nur durch deine eigene Kraft auf die Reihe zu kriegen!

Amen.


Quellen

  • James Choung, True Story: A Christianity Worth Believing In, IVP Books, 2008-04-30, ISBN 978-0830836093, 231 Seiten, Englisch

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